Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen. Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

Sa, 21.11., ONE 08:10 Uhr:
Verliebt in Amsterdam, D 2017, R: Florian Froschmeyer*** (Deutscher Karrierist verliebt sich in Amsterdamerin, die mit Eltern, Schwestern und deren lesbischer Geliebter auf einem Hausboot lebt)

Sa, 21.11., 3sat 11:30 Uhr:
Gustav Adolfs Page, Österreich/BRD 1960, R: Rolf Hansen* (Gustl [Liselotte Pulver] tritt als Page verkleidet in den Dienst des schwedischen Königs Gustav [Curd Jürgens]. Im Lager der Soldaten flirtet Ellen Schwiers (!) als Prostituierte mit ihr … Anders als in der Vorlage von C. F. Meyer (1882) erfährt Gustav hier von der Maskerade seines Pagen … Literaturdrama)

Sa, 21.11., 3sat 23:10 Uhr: Chloe, USA/Kanada 2009, R: Atom Egoyan****** (Klassischer femme-fatale-Thriller: Eine Ehefrau [Julianne Moore] heuert eine Frau [Amanda Seyfried] an, um die Treue ihres Mannes [Liam Neeson] zu kontrollieren, gerät aber selbst in den Begierde-Fokus der Verführerin. US-Remake des Films „Nathalie“ (2003) von Anne Fontaine. Bei Egoyan erscheint der (im Original längst untreue) Ehemann im Verlauf des Films
immer unschuldiger …)

Sa, 21.11., NDR 23:15 Uhr:
Kroymann (Folge der Sketch-Serie mit Maren Kroymann)

Sa, 21.11., Tele5 01:20 Uhr:
Professor Marston & The Wonder Women, USA 2017, R: Angela Robinson (Der Film stellt eine eigenwillige Interpretation der Entstehungsgeschichte der Comic-Heldin „Wonder Woman“ vor: William (1893-1947) und Elizabeth Marston (1893-1993) beschäftigen sich hier in ihren psychologischen Studien nicht nur mit Fetisch und Sadomasochismus, sondern das Ehepaar lebte außerdem zusammen mit der Assistentin Olive Byrne eine schillernde Dreiecksbeziehung.)

Mi, 25.11., ARD 20:15 Uhr: N E U !
Einer wie Erika, Österreich/D 2018, R: Reinhold Bilgeri (Die junge Erika wächst auf einem Bauernhof in Kärnten auf und wird eine erfolgreiche Skifahrerin. Ein Hormontest bei der Olympiade in Grenoble 1968 ergibt nicht das erwartete Ergebnis; sie wird zum Mann erklärt. Und nun? – Orientiert am Leben der Skiläuferin Erika/Erik Schinegger.) 

Sa, 28.11., RTL 10:20 Uhr:
Letztendlich sind wir dem Universum egal, USA 2018, R: Michael Sucsy (Rhiannon hat ein Auge auf „A“ geworfen, aber der die erwacht jeden Morgen in einem anderen Körper …)

Sa, 28.11., Sat1 20:15 Uhr:
Mr and Mrs Smith, USA 2005, R: Doug Liman+ (Killerpaar [Brad Pitt und Angelina Jolie], das jeweils nichts vom Beruf der Partnerin/des Partners weiß, wird dummerweise mit jeweils einem Mordauftrag gegeneinander aufgehetzt; frech-blutige Action, bei der eine lesbische Computer-Expertin einen Kurzauftritt hat)

So, 29.11., RTL 22:10 Uhr:
Atomic Blonde, USA 2017, R: David Leitch (Agentinnenaction: Eine taffe britische Spezialagentin [Charlize Theron] soll kurz vor dem Mauerfall in Berlin eine Liste mit Namen von Topagenten außer Landes schmuggeln; dabei lernt sie auch eine französische Spionin [Sofia Boutella] näher kennen, aber Feinde lauern überall …)

So, 29.11., ARD 23:35 Uhr:
Carol, USA/UK 2015, R: Todd Haynes, Vorlage: Patricia Highsmith******** (Eine junge Verkäuferin [Rooney Mara] verliebt sich in den 1950er Jahren in die mondäne und verheiratete Carol [Cate Blanchett], die kurze Zeit später von ihrem Mann mit einer Sorgerechtsklage wegen unmoralischen Lebenswandels drangsaliert wird. Carol steht dazu, distanziert sich aber – wie der Gatte verlangt – von Therese … Klasse gespielt und inszeniert – ein echtes Highlight!)

Di, 1.12., HR 00:00 Uhr:
Der Chevalier des Königs/Der Favorit der Zarin, FRA/ITA 1959, R: Jacqueline Audry+ (Hosenrollen-Kostümdrama: Geneviève [Andrée Debar] wird als Junge aufgezogen, tritt als Dragoner in den Dienst König Ludwigs und ärgert ihren Geliebten mit den Möglichkeiten, die sie bei Frauen hätte … Nicht durchweg überzeugend, aber von einer der wenigen (erfolgreichen) französischen Regisseurinnen der fünfziger Jahre in Szene gesetzt)

Mi, 2.12., arte 20:15 Uhr:
Ein Mädchen, FRA 2020, R: Sébastian Lifshits (Als Baby wurde ihm das Geschlecht „männlich“ zugewiesen, aber ab seinem dritten Lebensjahr möchte Sasha als Mädchen leben. Eltern und Geschwister halten zu ihr.) 

Do, 3.12., RBB 20:15 Uhr:
Kirschblüten – Hanami, D 2008, R: Doris Dörrie*** (Trudi [Hannelore Elsner] und Rudi [Elmar Wepper], beide unwissentlich todkrank, besuchen auf letzter großer Fahrt auch kurz die lesbische Tochter, die mit ihrer Liebsten zusammenlebt. Sehenswertes, aber nicht durchgängig überzeugendes Drama über Tod, Verlust und Wertschätzung)

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort “Lesbengeschichte” Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2020)