Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

Sa, 05.06., arte 04:48 Uhr Wer nicht fragt, stirbt dumm! – Schwule Tiere, R: Armandine Fredon, Autorin: Marion Montaigne (Schräg-satirischer Blick in die Tierwelt, die sich um ihre Homosexualität keinen Kopp macht …)

So, 06.06., RTL2 20:15 Uhr: Ghost – Nachricht von Sam, USA 1990, R: Jerry Zucker+ (Whoopi Goldberg spielt die unwiderstehliche Geisterbeschwörerin Oda Mae, die vom ermordeten Sam [Patrick Swayze] beauftragt wird, mit seiner Freundin Molly [Demi Moore] Kontakt aufzunehmen. Mit viel Energieaufwand ist es den Geistern auch möglich, vorübergehend in einen anderen Körper zu schlüpfen … Wenn ihr mal wieder vor dem Fernseher heulen wollt, wär dies die richtige Wahl – Whoopi allerdings ist zum Kringeln!)

Mo, 07.06., arte 20:15 Uhr: Larry Flynt – Die nackte Wahrheit, USA 1996, R: Milos Forman* (Schlüpfriges Porträt des „Hustler“-Herausgebers Larry Flynt [Woody Harrelson], der mit seinem Sexmagazin in den Siebzigern in Konkurrenz zum „Playboy“ und zu „Penthouse“ trat. Althea Leasure [Courtney Love] erzählt Flynt am Anfang ihrer Beziehung, sie habe mit mehr Frauen geschlafen als er …)

Di, 08.06., Nitro 22:40 Uhr: Max Payne, USA/Kanada 2008, R: John Moore+ (Ein Cop [Mark Wahlberg] sucht den Mörder seiner Familie und gerät zwischendurch mal an eine bisexuelle Russin [Olga Kurylenko]. Wirre Rache-Action, mit einem Lesbenkuss garniert.)

Mi, 09.06., 3sat 20:15 Uhr: N E U ! ! ! Mein Körper, meine Liebe – Lesben, Schwule und Transgender, D 2021, R: Volker Wasmuth, Patrick Zeilhofer (Doku über queeres Leben im jetzigen Deutschland, mit den Fragen: „Wie wichtig war für sie das Coming-out? Wo stoßen sie auf gesellschaftliche Grenzen? Was macht ihnen das Leben schwer?“)

Mi, 09.06., 3sat 21:00 Uhr: N E U ! ! ! Hass gegen LGBTQ – Von Diskriminierung und Widerstand, Schweiz 2021, R: Béla Batthyany und Barbara Frauchiger (In der Schweiz nehmen Angriffe auf Lesben*, Homosexuelle und Trans*Personen zu!)

Fr, 11.06., BR 00:35 Uhr: Frühstück bei Tiffany, USA 1961, R: Blake Edwards+ (Die Romanverfilmung nach Truman Capote rückt die gerade den Kinderschuhen entwachsene Lebedame Holly Golightly [Audrey Hepburn], die sich erst am Schluss für den armen Lebemann Paul [George Peppard] entscheidet, ins Zentrum der Geschichte des US-amerikanischen Jet-Sets der vierziger Jahre. Im Roman geht Holly nach Brasilien und verschwindet aus Pauls Leben. Ihre New Yorker Zeit wird aus seiner Erinnerung geschildert und ihm berichtet sie des Öfteren von lesbischen Frauen in ihrem Umfeld; es klingt, als hätte sie auch eigene Erfahrungen gesammelt. Aber das alles hat Blake  Edwards einfach ignoriert!)

Sa, 12.06., ZDFinfo 13:00 Uhr: N E U ! The True Story of Whitney Houston, USA 2021 (Die dritte Doku über die 2012 verstorbene lesbische Soul-Sängerin; darüber war nix Genaues zu erfahren)

So, 13.06., arte 22:00 Uhr: N E U ! ! ! Jodie Foster – Hollywoods Alleskönnerin, FRA 2019, R: Camille Juza (Neueres Porträt der erfolgreichen US-amerikanischen Regisseurin und Schauspielerin Jodie Foster (Jahrgang 1962), die erst im Jahr 2013 bei den Golden Globes eine Art Coming Out als Lesbe hatte) 

So, 13.06., SWR/SR 23:00 Uhr: N E U ! Tahnee.7, D 2021 (Stand-Up-Comedian Tahnee mit neuem Programm und in immer wieder neuen Rollen)

Mo, 14.06., Tele5 00:05 Uhr: Schiffsmeldungen, USA 2001, R: Lasse Hallström, Vorlage: Annie Proulx *(Der von seinem Vater stets gedemütigte Jack Quoyle [Kevin Spacey] findet nach dessen Tod mit Hilfe seiner Tante Agnis [Judi Dench], die von seinem Vater, ihrem Bruder, vergewaltigt wurde, endlich Boden unter den Füßen. Auf Quoyles Frage, ob man mit diesen Erfahrungen jemals wieder glücklich sein kann im Leben, zeigt sie ihm ein Foto ihrer verstorbenen Lebensgefährtin und erwidert: „Ja, das kann man.“) 

Di, 15.06., Kabel 22:55 Uhr: From Hell, TSCHECH/USA 2001, R: Albert + Alan Hughes** (Ein drogensüchtiger Polizeiinspektor [Johnny Depp] soll in einem London der Jahrhundertwende einem Prostituiertenmörder, angelehnt an die Person des „Jack the Ripper“, das Handwerk legen. Liz, eine der Sexarbeiterinnen ist lesbisch …)

Mi, 16.06., ARDalpha 23:40 Uhr: Der „Schwulen-Paragraf“ – Geschichte einer Verfolgung, D 2019, R: (Erst vor 25 Jahren – also 1994 – wurde § 175 ersatzlos aus dem Strafrecht gestrichen. Dieser Paragraf, der zahllose Leben und Lieben von Schwulen oder von Männern, die für schwul gehalten wurden, bedroht und zerstört hat, war seit 1871 in Kraft. Die Nazi-Justiz verschärfte ihn, die BRD entschärfte den Paragrafen erst 1969. Inzwischen gibt es vereinzelte Hinweise darauf, dass auch Frauen mit diesem Paragrafen verfolgt wurden) 

Mi, 16.06., tagesschau24 00:20 Uhr: Jung und transsexuell – was jetzt?, D 2020, R: Linda Joe Fuhrich (Reportage in der Reihe „Unterwegs im Westen“: Immer mehr Kinder und Jugendliche fordern Selbstbestimmung über ihren Körper und ihr Leben damit)

Fr, 18.06., ZDFneo 20:15 Uhr: Tootsie, USA 1982, R: Sydney Pollack* (Travestieklassiker aus dem Showbusiness: Als Serienstar Julie [Jessica Lange] sich mit ihrer neuen Kollegin Tootsie [Dustin Hoffman] anfreundet, gibt sie schließlich mehr oder weniger zu, sich in „sie“ verliebt zu haben, dies aber nicht leben zu können)

Fr, 18.06., ONE 23:55 Uhr: Lotte am Bauhaus, D 2019, R: Gregor Schnitzler*** (Der Film entwickelt anhand einer fiktiven Person, der Zeichnerin und Tischlerin Lotte Brendel (Alicia von Rittberg), die Geschichte einer jungen Frau, die sich 1923 gegen den Willen ihrer traditionsbewussten Eltern die Kunstschule des Weimarer Bauhauses besucht. Die Malerin und Innenarchitektin Friedl Dicker (1898-1944 Auschwitz) wird hier als junge rebellische Frau inszeniert, die sich für Lotte interessiert, gern Frauen küsst und ebenso gern Hosen trägt.)

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort “Lesbengeschichte” Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2020)