Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

Sa, 8.5., ONE 08:05 Uhr: So ein Schlamassel, D 2010, R: Dirk Regel*** (Tochter rebelliert gegen ihre Familie, die einen jüdischen Schwiegersohn will; mit Hilfe ihrer lesbischen Freundin schwindelt sie ihren Eltern vor, ihr Liebster sei jüdischen Glaubens … Sehr zahm und irgendwie unpassend) 

Sa, 8.5., arte 10:45 Uhr: N E U ! Geschichte schreiben: Der Herrenanzug – Uniform der Moderne, Frankreich 2020, R: Tamara Erde (Die Dokumentation spürt der Modeerscheinung „Herrenanzug“ nach, der im 19. Jahrhundert seine Glanzzeit feiert und auch die Mode für Frauen verändert. Denn zur Jahrhundertwende eignen sich Frauen das Kleidungsstück an und tragen es beispielsweise im Paris der Zwischenkriegszeit in Pariser Lesbenbars)

Sa, 8.5., ONE 12:30 Uhr: Kroymann (14. Folge der Sketchreihe von und mit Maren Kroymann)

Sa, 8.5., ORF1 20:15 Uhr / Do, 13.5., ONE 16:45 Uhr: Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel, USA 2016, R: Garry Marshall (Verschiedene, miteinander lose verwobene Episoden zentrieren sich auf romantisch-komödiantische Ereignisse am und zum Muttertag – dazu unüberhörbare rassistische Späße eines Elternpaares: Wo wollte der Stuss noch gleich witzig sein??)

Sa, 8.5., 3Sat 23:35 Uhr: Mrs. McCutcheon, Australien 2017 (Im Zuge des Berichts über die „Kurzfilmtage Oberhausen“ läuft dieser Kurzspielfilm über einen Zehnjährigen, der Mädchenkleider trägt und mit den Reaktionen in der Schule umgehen muss) 

So, 9.5., ONE 14:35 Uhr: Lotte am Bauhaus, D 2019, R: Gregor Schnitzler*** (Der Film entwickelt anhand einer fiktiven Person, der Zeichnerin und Tischlerin Lotte Brendel (Alicia von Rittberg), die Geschichte einer jungen Frau, die sich 1923 gegen den Willen ihrer traditionsbewussten Eltern die Kunstschule des Weimarer Bauhauses besucht. Die Malerin und Innenarchitektin Friedl Dicker (1898-1944 Auschwitz) wird hier als junge rebellische Frau inszeniert, die sich für Lotte interessiert, gern Frauen küsst und ebenso gern Hosen trägt.)

Mo, 10.5., ONE 01:50 Uhr: Einer wie Erika, Österreich/D 2018, R: Reinhold Bilgeri (Die junge Erika wächst auf einem Bauernhof in Kärnten auf und wird eine erfolgreiche Skifahrerin. Ein Hormontest bei der Olympiade in Grenoble 1968 ergibt nicht das erwartete Ergebnis; sie wird zum Mann erklärt. Und nun? – Orientiert am Leben der Skiläuferin Erika/Erik Schinegger.)

Di, 11.5., RBB 14:30 Uhr: Für immer 30, D 2011, R: Andi Niessner*** (Timo [Felix Eitner] erlebt eine Midlifecrisis und kriegt außerdem eine Frau [Marie-Lou Sellem] vor die Nase gesetzt – das hält er nicht aus … Auch seine Tochter [Sidonie von Krosigk] lebt nicht nach seinen Vorstellungen und Plänen, sie trägt neuerdings Tattoos und outet sich auch noch als Lesbe! Übliche Fernsehunterhaltung)

Di, 11.5., WDR 22:15 Uhr: Toni Erdmann, D/Österreich 2015, R: Maren Ade+ (Ein Vater [Peter Simonischek] möchte sich seiner entfremdeten Tochter [Sarah Hüller] wieder annähern und scheut nicht davor zurück, sich vor ihren Karrierekolleg_innen zum Affen zu machen. Ungewöhnliche Beziehungsstudie, die letztlich auch die Tochter zu ausgefallenen Reaktionen bringt. Dabei spielt Nacktheit eine Rolle, die ihre Assistentin beinah falsch versteht. – Die Publikumsreaktionen reichten von „ganz großes Kino“ bis zu „was soll der Scheiß?“ Ich gehöre zur Großes-Kino-Fraktion!)

Do, 13.5., RBB 22:00 Uhr: Coming Out, DDR 1989, R: Heiner Carow+ (Ein junger Lehrer [Matthias Freihof] versucht seine homosexuellen Bedürfnisse zu verdrängen und flüchtet sich in eine Beziehung mit Kollegin Tanja [Dagmar Manzel]. In einer Schwulenbar trifft er Matthias [Dirk Kummer]; die Bartranse [Charlotte von Mahlsdorf] erzählt von einer lesbischen Schwester …Der Film kam am Abend des Mauerfalls in die Kinos und wurde daher „übersehen“.) 

So, 16.5., ARD 13:15 Uhr: N E U ! Bunte Gemeinde in einer alten Synagoge: Die Gemeinschaft am Berliner Fraenkelufer, D 2020, R: Andrea Roth (Die Synagoge, die 1913 errichtet wurde, soll wieder aufgebaut werden, denn im Umfeld treffen sich in der jüdischen Gemeinde israelische Familien wie Mitglieder der queeren Organisation „Keshet“)

So, 16.5., SRF1 00:35 Uhr: Grand Budapest Hotel, UK/Deutschland/USA 2014, R: Wes Anderson+ (In einem historisch anmutenden Potpourri voluminöser Ausstattung wird auf mehreren Zeitebenen eine mit einem Hotel  verknüpfte Geschichte entwickelt, die zurück zum Vorabend des Ersten Weltkriegs führt: Monsieur Gustave (Ralph Fiennes) tauscht ein Gemälde gegen ein gegen “Two Lesbians Masturbating” hin, das an Egon Schiele erinnern soll … Schräge Zeitreise mit Riesenstaraufgebot, u. a. mit Tilda Swinton)

Mo, 17.5., BR 22:00 Uhr: Mein Glaube, meine Liebe, D 2016, R: Michael Schmitt (Reportage aus der Reihe „Lebenslinien“: Als Lehrerin für katholische Religion musste eine lesbische Frau ihre Partnerin lange verheimlichen; schließlich entscheidet sie sich für die Verpartnerung und gegen die Lehrbefugnis.)

Mo, 17.5., MDR 00:40 Uhr: Sex, DK 2020, R: Amalie Naesby Fick****** (Nach dem Kuss einer interessanten lesbischen Kollegin gerät eine junge Frau, die sich eigentlich als hetera definiert, völlig aus dem Häuschen, kann sich aber während des ganzen Films (bzw. der ursprünglich 6 Episoden) nicht zwischen boyfriend und girlfriend entscheiden. Ermüdend. – Oder ob ich einfach altersmäßig mit diesem Herumeiern nichts mehr anfangen kann??)

Di, 18.5., MDR 12:30 Uhr: Vier kriegen ein Kind, D 2014, R: Mathias Steurer******* (Ein lesbisches Paar wünscht sich ein Kind. Steff wird durch eine Samenspende auch schwanger, aber die wurde verwechselt und gehört einem schwulen Paar, das ebenfalls ein Kind möchte. Also müssen sich die Paare irgendwie zusammenraufen. Tun sie auch!)

Di, 18.5., arte 20:15 Uhr: Wie krank ist Homo-Heilung?, Frankreich 2019 (Reportage über die kranke Idee, Menschen von einer homosexuellen Begierde abzubringen und gewaltsam zur heterosexuellen zu zwingen)

Di, 18.5., arte 21:50 Uhr: Achtung Lebensgefahr! LGBT in Tschetschenien, USA 2020, R: David France (Reportage über die menschenverachtenden Maßnahmen, mit denen die tschetschenische Regierung seit 2016 gegen Nicht-Heterosexuelle im Land kämpft)

Di, 18.5., WDR 22:15 Uhr: Unser Kind, D 2018, R: Nana Neul******** (Was passiert, wenn in einem lesbischen Ehebund die leibliche Mutter des gemeinsamen Kindes stirbt? Dann könnte der Samenspender vor der Witwe Anspruch auf das Sorgerecht erheben … Tja, so viel zur scheinbar vollzogenen Gleichstellung … Lesben-Drama um Ehe und Familie)

Di, 18.5., WDR 23:40 Uhr: La belle saison – Eine Sommerliebe, Frankreich 2016, R: Catherine Corsini******** (Zu Beginn der 1970er Jahre verliebt sich die junge Landlesbe Delphine [Izïa Higelin] bei einer feministischen Aktion in der Stadt in Carole [Cécile De France], eine der Rädelsführerinnen. Als Delphines Vater stirbt, muss sie zurück auf den Hof – und Carole reist ihr nach, aber … Frauenbewegte Lesbengeschichte aus Frankreich.)

Mi, 19.5., NDR 00:20 Uhr: Kroymann, D 2018 (eine Folge der Sketchserie) 

Do, 20.5., HR 14:30 Uhr: Mein Sohn Helen, D 2015; R: Gregor Schnitzler (Ein Vater [Heino Ferch] tut sich schwer damit, dass sein vermeintlicher Sohn [Jannik Schümann] plötzlich als Frau aus einem Auslandsaufenthalt zurückkehrt … Zu viel Ferch und zu wenig Trans* …)

Do, 20.5., RBB 20:15 Uhr: Die Herzogin, UK/ITA/FRA/USA 2008, R: Saul Dibb* (18. Jhdt.: Lady Spencer [Charlotte Rampling] verheiratet ihre älteste Tochter Georgiana [Keira Knightley] mit dem Herzog von Devonshire, William Cavendish [Ralph Fiennes], der lediglich an (männlichen) Nachkommen interessiert ist, die sich aber nicht einstellen. Georgiana freundet sich mit Bess Foster [Hayley Atwell] an, von der sie einiges über Sexualität und
Leidenschaft lernt. – Georgiana Cavendish (1757-1806) war eine einflussreiche Adlige, die mit ihrem Mann und Lady Eliziabeth Foster in einer Dreiecksbeziehung lebte; im Film wird sie jedoch Williams Geliebte und verlässt Georgiana.)

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort “Lesbengeschichte” Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2020)