Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

Sa, 24.01., ONE 10:10 Uhr: Lotte am Bauhaus, D 2019, R: Gregor Schnitzler*** (Der Film entwickelt anhand einer fiktiven Person, der Zeichnerin und Tischlerin Lotte Brendel (Alicia von Rittberg), die Geschichte einer jungen Frau, die sich 1923 gegen den Willen ihrer traditionsbewussten Eltern die Kunstschule des Weimarer Bauhauses besucht. Die Malerin und Innenarchitektin Friedl Dicker (1898-1944 Auschwitz) wird hier als junge rebellische Frau inszeniert, die sich für Lotte interessiert, gern Frauen küsst und ebenso gern Hosen trägt.)  

Sa, 24.01., SuperRTL 22:10 Uhr: Coyote Ugly, USA 2000, R: David McNall+ („Ugly“ ist hier vor allem die ausbeuterische Story: Piper Perabo macht Karriere, indem sie halbnackt auf der Theke tanzt und von einer Kollegin wird sie mal kurz für lesbisch gehalten– verlogene Hetenkomödie)  

So, 25.01., arte 20:15 Uhr: Albert Nobbs, UK/USA/Irland/FRA 2012, R: Rodrigo García**** (Eine Frau [superb: Glenn Close] arbeitet um 1900 als männlicher Hausdiener Albert Nobbs in der vornehmen Dubliner Gesellschaft und fürchtet, dass ein Maler [Janet McTeer], der vorübergehend in seiner Kammer übernachten soll, sein Geheimnis verraten könnte. Grandios gespielt, bewegend und in jeder Hinsicht sehenswert!)  

So, 25.01., SIXX 20:15 Uhr: Juno, USA 2007, R: Jason Reitman+ (Als die 16-jährige Juno [Ellen, jetzt Eliot Page] schwanger wird, entscheidet sie sich gegen eine Abtreibung und für Pflegeeltern. Dabei zieht sie ganz kurz auch ein lesbisches Paar in Betracht … Mittelmäßiges Heten-Teenie-Drama)  

Mo, 26.01., ZDFinfo 16:30 Uhr: Terra X: Giganten der Kunst, D 2025 (Dokureihe mit Kurzporträts, u. a. zur Künstlerin Frida Kahlo (1907-1954))  

Di, 27.01., Kabel 20:15 Uhr: Was Frauen wollen, USA 2000, R: Nancy Meyers* (Chauvi [Mel Gibson] kann buchstäblich mit einem Schlag Gedanken von Frauen hören – so auch die einer angehenden jungen Lesbe … Macho-Komödie, in der Gibson Helen Hunt den Führungsposten streitig zu machen versucht – wie wird das wohl enden?? – GENAU SO!)  

Di, 27.01., ZDFinfo 20:15 Uhr: N E U ! ! ! Verbotene Liebe – Queere Überlebende der NS-Diktatur, D 2026 (Dritter Teil der Verbotenen-Liebe-Reihe, der den schwulen Schauspieler Kurt Brüssow (1910-1988) und Charlotte von Mahlsdorf (1928-2002)vorstellt, ebenso die lesbische Musikerin Ilse Totzke (1913-1987), die den Hitlergruß verweigerte und dafür ins KZ Ravensbrück verschleppt wurde)  

Di, 27.01., ZDFinfo 21:00 Uhr: Verbotene Liebe – Queere Opfer der NS-Diktatur: Verfolgt, gebrochen, vergessen?, D 2023, R: Sebastian Scherrer (Reportage zur Verfolgung von LGBTiQ in der NS-Zeit, die aufzeigt, mit welchen (gesetzlichen) Strategien Nazis queere Menschen terrorisierten; zu Wort kommt u. a. die Historikerin Anna Hajková)  

Di, 27.01., ZDFinfo 21:45 Uhr: Verbotene Liebe – Queere Schicksale in der NS-Diktatur, D 2023, R: Sebastian Scherrer (Zweiter Teil dieser Verbotenen-Liebe-Reihe. Unklar voneinander abgesetzt und daher auch leicht zu verwechseln – leider auch wieder mit dem Sprecher Charles Rettinghaus: unverwechselbar wegen künstlich unheilvoller Stimmlage)  

Mi, 28.01., arte 20:15 Uhr: Die fabelhafte Welt der Amélie, Frankreich 2000, R: Jean-Pierre Jeunet* (Im Tarnmäntelchen eines Märchens kommt diese extrem bürgerliche Komödie daher: Amélie [Audrey Tautou] sucht nach dem Mann, dem die Kinderschätze in ihrem Haus gehören, und gerät so an manch falsche Adresse. Eine der Dominiques, die Amélie aufsucht, trägt einen Anzug, raucht und betrachtet sie genüsslich. Freilich macht Amélie, dass sie weg kommt …)  

Mi, 28.01., SRF1 23:00 Uhr: N E U ! Tár, USA 2022, R: Todd Field (Lydia Tár [Cate Blanchett] hat es bis an die Spitze geschafft: Sie ist anerkannte und weltberühmte Chefdirigentin geworden, muss sich aber immer wieder gegen Angriffe zur Wehr setzen, die sie in der Männerdomäne nicht haben wollen. Dann wird ihr sexueller Machtmissbrauch an einer Cellistin vorgeworfen. Tár verliert darüber alles, auch ihre Ehefrau. Intensiv gedrehtes und gespieltes Drama, das jedoch als Lesbenklischee auch viel Kritik hervorrief)  

Do, 29.01., SRF2 20:15 Uhr: Die Wutprobe, USA 2002, R: Peter Segal* (Dave [Adam Sandler] erhält Anti-Aggressionstherapie von Doktor Rydell [Jack Nicholson – der würde mich hier auch in die Klapse bringen]. In der Therapiestunde gibt es ein lesbisches Paar, das seine Eifersucht nicht unter Kontrolle hat. Blöder Klamauk: Das Lesbenpaar soll nur den schrägen Reigen „gestörter“ Menschen abrunden!)  

Sa, 31.01., SWR/SR 23:10 Uhr: Das Wirtshaus im Spessart, BRD 1957, R: Kurt Hoffmann+ (Komtess Franziska [Liselotte Pulver] schlägt sich nach ihrer Geiselnahme auf die Seite der Spessart-Räuber und mischt sich in Männerkleidern unter die illustre Schar um den Räuberhauptmann [Carlos Thompson]. Nettes, aber belangloses Spiel mit Geschlechterrollen und Moral)  

So, 01.02., ARDalpha 23:00 Uhr: N E U ! ! ! Pop Secret Stories: Chappell Roan – Wie lesbische Musik die Popwelt übernimmt, D 2026 (Porträt der Musikerin Chappell Roan (Jg. 1998), die 2023 mit ihrem Debütalbum ihren Durchbruch hatte)

Mo, 02.02., ZDFinfo 06:10 Uhr: Loving Her, D 2021 (Deutsche Lesbenserie über heiße Liebesdramen in Berlin während der Corona-Krise; 1. Folge.) 

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort „Lesbengeschichte“ Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2023)

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