Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

Sa, 21.03., 3Sat 11:10 Uhr: Wunschkinder und andere Zufälle, D 2003, R: Thomas Jacob****** (Gnadenlos wiederholte rechtslastige Farce, in der eine Mutter (Ruth-Maria Kubitschek) ihre heterosexuellen und lesbischen Töchter (Tina Ruland) mit der Aussetzung der Familienvilla in Schwangerschaften zwingt. Der Name Kubitscheks bürgt hier für frauenfeindlichen Müll!)  

So, 22.03., ZDFinfo 12:00 Uhr: Legendäre Piraten, Großbritannien 2024 (Achtteilige Dokuserie, die unterschiedliche Pirat*innen der Geschichte vorstellt, u. a. auch Anne Bonny (um 1689 bis um 1782) und Mary Read (um 1685 bis 1721), die vermutlich eine lesbische Beziehung verband!)  

So, 22.03., ONE 20:15 Uhr: So haben wir dich nicht erzogen, Österreich 2025, R: Michael Kreihsl (Werden Töchter von lesbischen Paaren automatisch zu Heteras? Anscheinend. Jedenfalls sind die Mütter einigergemaßen geschockt, als die Tochter einen Mann anschleppt…)  

Mo, 23.03., arte 19:40 Uhr: N E U ! Re: Mein queeres Altersheim, D 2026 (Porträt über die Unterbringung queerer Senior*innen in entsprechenden Wohnprojekten in Frankreich, aber auch in Berlin, wo der „Lebensort Vielfalt“ vorgestellt wird)  

Di, 24.03., SRF2 23:15 Uhr: Die Wutprobe, USA 2002, R: Peter Segal* (Dave [Adam Sandler] erhält Anti-Aggressionstherapie von Doktor Rydell [Jack Nicholson – der würde mich hier auch in die Klapse bringen]. In der Therapiestunde gibt es ein lesbisches Paar, das seine Eifersucht nicht unter Kontrolle hat. Blöder Klamauk: Das Lesbenpaar soll nur den schrägen Reigen „gestörter“ Menschen abrunden!)  

Mi, 25.03., ONE 20:15 Uhr: Agatha Christie’s Miss Marple: Die Tote in der Bibliothek, UK 2004, R: Andy Wilson*** (Jane Marple [Geraldine McEwan] und ihre Freundin Dolly [Joanna Lumley] quartieren sich Anfang der 1950er Jahre in dem Hotel ein, in das die Spuren in einem Mordfall führen. Der ursprüngliche Krimi-Plot wurde geändert, sodass wieder einmal Lesben herhalten müssen … Die Geschichte ist löchrig und: doof!]  

Do, 26.03., DisneyChannel 18:35 Uhr: Die Eiskönigin – völlig unverfroren, USA 2013, R: Chris Buck, Jennifer Lee+ (Trickfilm über die tiefe Liebe zwischen Schwestern; die mächtige Eiskönigin Elsa endet nicht in den Armen irgendeines Prinzen, sondern bleibt für sich. In ihr entdeckten selbsternannte Tugendschützer und evangelikale Prediger lesbische Züge und den Verfall westlicher Werte, vor denen es zu warnen galt … Haha!)  

Do, 26.03., Nitro 20:15 Uhr: Goldfinger, UK 1964, R: Guy Hamilton* (Diesmal hat James Bond [Sean Connery] den Bösewicht Goldfinger [Gert Fröbe] als Gegenspieler, der Fort Knox atomar verseuchen will. Ihm zur Seite steht Pussy Galore [Honor Blackman], die eine Staffel von Fliegerinnen befehligt, die ihr alle blind ergeben sind. Sie wird aber leider von 007 heterotherapiert.)  

Do, 26.03., WDR 00:00 Uhr: Porträt einer jungen Frau in Flammen, FRA 2019, R: Céline Sciamma******** (Ende des 18. Jahrhunderts erhält die Pariser Malerin Marianne [Noémie Marchant] den Auftrag, auf einer abgelegenen Insel die Tochter einer Gräfin zu zeichnen, um dem zukünftigen Ehemann zeigen zu können, wie sie aussieht. Zunächst zeigt die Braut [Adèle Haenel] keinerlei Interesse, sich überhaupt zu zeigen. Aber dann kommen die Frauen einander näher als erwartet… Intensives Nachfühlen lesbischer (Kunst-)Geschichte, angesiedelt in einer Zeit, aus der kaum Lesbisches erhalten ist: Mehr als sehenswert!!!)  

So, 29.03., arte 23:00 Uhr: T I P P ! Meredith Monk – Die Welt in ihrer Stimme, USA 2025, R: Billy Shebar, David Roberts (Leider eine um 34 Minuten extrem gekürzte und dazu noch Voice-over-Version des preisgekrönten Porträts über die immer wieder beeindruckende Performance- und Stimmkünstlerin Meredith Monk, die auch mit über 80 noch kreativ ist – unbedingt sehenswert, trotz der Fernsehverhunzung!)  

Di, 31.03., Nitro 22:00 Uhr: Romeo Must Die, USA 2000, R: Andrzej Bartkowiak+ (Traditionelle Hetero-Action: Ein schwarzes und ein asiatisches Syndikat bekämpfen einander bis aufs Blut. Am Anfang gibt es eine kurze Showeinlage mit sich küssenden Frauen in einem Nachtclub)  

Mi, 01.04., Kabel 22:35 Uhr: Alien – Die Wiedergeburt, USA 1997, R: Jean-Pierre Jeunet* (Im vierten Teil der Science-Fiction-Horrormär ist Ripley [Sigourney Weaver] wieder auferstanden und muss sich mit Call [Winona Ryder], einer Roboterin, herumschlagen, die sich menschlicher als Menschen erweist. Als Call von einem Schuss niedergestreckt wird, greift Ripley in die schleimige Brustwunde …)  

Mi, 01.04., arte 23:05 Uhr: Das andere Geschlecht – Auf den Spuren von Simone de Beauvoir, FRA 2024, R: Nathalie Masduraud, Valérie Urrea (Die Reportage folgt den Spuren von “Das andere Geschlecht”, das Simone de Beauvoir (1908-1986) im Jahr 1949 veröffentlichte, und sucht nach einer aktuellen Einschätzung des Werkes)  

Do, 02.04., ZDFinfo 16:30 Uhr: Verbotene Liebe – Queere Opfer der NS-Diktatur, D 2023, R: Sebastian Scherrer (Reportage zur Verfolgung von LGBTiQ in der NS-Zeit, die aufzeigt, mit welchen (gesetzlichen) Strategien Nazis queere Menschen terrorisierten; zu Wort kommt u. a. die Historikerin Anna Hajková)  

Do, 02.04., ZDFinfo 18:00 Uhr: Verbotene Liebe – Queere Überlebende der NS-Diktatur, D 2026 (Dritter Teil der Verbotenen-Liebe-Reihe, der den schwulen Schauspieler Kurt Brüssow (1910-1988) und Charlotte von Mahlsdorf (1928-2002)vorstellt, ebenso die lesbische Musikerin Ilse Totzke (1913-1987), die den Hitlergruß verweigerte und dafür ins KZ Ravensbrück verschleppt wurde)  

Fr, 03.04., ZDF 02:40 Uhr: Die Toten vom Bodensee: Der Blutritt, D/Österreich 2020, R: Michael Schneider** (Das ermittelnde Team, bestehend aus dem deutschen Kriminalhauptkommissar Micha Oberländer (Matthias Koeberlin) und der österreichischen Kriminalinspektorin Hannah Zeiler (Nora Waldstätten), untersucht den Mord an einer Pferdezüchterin. Zunächst wird ihre Gestütswärterin, Daria Roth (Jule Ronstedt), verdächtigt, weil sie mit ihr eine Affäre hatte. Aber diese Geschichte dient nur dazu, die Zuschauenden auf eine falsche Fährte zu locken…) 

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort „Lesbengeschichte“ Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2023)

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