Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

Sa, 21.02., RBB 20:15 Uhr: Tödliche Geheimnisse – Das Versprechen, D 2020, R: Barbara Kulcsar***** (Dritte Polit-Geschichte um die Ex-Geliebten Karin [Anke Engelke] und Rommy [Nina Kunzendorf], die als Redakteurin und Journalistin investigativ unterwegs sind. Diesmal geht’s um dunkle Machenschaften im Baugewerbe)  

Sa, 21.02., BR 01:05 Uhr: Für immer 30, D 2011, R: Andi Niessner*** (Timo [Felix Eitner] erlebt eine Midlifecrisis und kriegt außerdem eine Frau [Marie-Lou Sellem] vor die Nase gesetzt – das hält er nicht aus … Auch seine Tochter [Sidonie von Krosigk] lebt nicht nach seinen Vorstellungen und Plänen, sie trägt neuerdings Tattoos und outet sich auch noch als Lesbe! Übliche Fernsehunterhaltung)  

So, 22.02., 3sat 21:45 Uhr: Schon wieder Henriette, Deutschland/Österreich 2013, R: Nikolaus Leytner+ (Betagte Kunstrestauratorin und Hobby-Detektivin [Christiane Hörbiger] wird von ihrem jungen Adlatus kurzzeitig für lesbisch gehalten … Leider fälschlicherweise, denn das hätte der Fließbandproduktion wenigstens etwas Pfiff gegeben!)  

So, 22.02., Tele5 02:25 Uhr: The Retreat – No Way Out, Kanada 2021, R: Pat Mills***** (Ein lesbisches Paar, das an einem abgelegenen Ferienort wieder zueinander finden will, gerät – wie die Zuschauenden auch – in einen mörderischen Horrorthriller) 

Mo, 23.02., ORF1 20:15 Uhr: T I P P ! What a Feeling, Österreich 2024, R: Kat Rohrer******** (Nachdem ihr Mann sie am Hochzeitstag verlassen hat, landet die Ärztin Marie-Theres [Caroline Peters] frustriert und betrunken in einer Wiener Lesbenbar – und verguckt sich dort prompt in die coole Tischlerin Fa [Proschat Madani]…)  

Di, 24.02., SWR/SR 12:55 Uhr: Eltern allein zu Haus: Die Winters, D 2017, R: Josh Broecker** (3. Teil eines Fernsehdreiteilers über wechselnde Paare und Familienprobleme: Matthias Winter [Walter Sittler] versteht nicht, wieso die eigene Tochter plötzlich lesbisch wird …)  

Mi, 25.02., RBB 14:30 Uhr: Vier kriegen ein Kind, D 2014, R: Mathias Steurer******* (Ein lesbisches Paar wünscht sich ein Kind. Neeles [Christina Hecke] Liebste, Steff [Friederike Kempter], wird durch eine Samenspende auch schwanger, aber die wurde verwechselt und gehört einem schwulen Paar, das ebenfalls ein Kind möchte. Also müssen sich die Paare irgendwie zusammenraufen. Tun sie auch!) 

Mi, 25.02., ARD 20:15 Uhr: Faltenfrei, D 2021, R: Dirk Kummer** (Stella Martin [Adele Neuhauser], unleidlicher Top-Star der Kosmetikbranche, hadert verärgert mit dem Älterwerden. Nach einem Unfall kann sie plötzlich die (wenig schmeichelhaften) Gedanken ihrer Mitmenschen hören – dabei interessiert sie das zunächst gar nicht. Freilich kommt es bald anders: Stella wird „geläutert“ – und findet nicht nur im zwischenmenschlichen Umgang neue Ufer …)  

Do, 26.02., RBB 20:15 Uhr: Anatomie eines Falls, FRA 2023, R: Justine Triet** (Spannendes und perfekt komponiertes Justizdrama um die Schriftstellerin Sandra Voyter [Sandra Hüller], deren Mann bei einem Unfall (?) stirbt. In einem aufsehenerregenden Prozess muss sie sich und ihre selbstbewusste Lebensweise verteidigen; auch eine Affäre mit einer Frau wird ihr vorgeworfen.)  

Sa, 28.02., arte 14:05 Uhr: Albert Nobbs, UK/USA/Irland/FRA 2012, R: Rodrigo García**** (Eine Frau [superb: Glenn Close] arbeitet um 1900 als männlicher Hausdiener Albert Nobbs in der vornehmen Dubliner Gesellschaft und fürchtet, dass ein Maler [Janet McTeer], der vorübergehend in seiner Kammer übernachten soll, sein Geheimnis verraten könnte. Grandios gespielt, bewegend und in jeder Hinsicht sehenswert!)  

Sa, 28.02., BR 20:15 Uhr: Das Wirtshaus im Spessart, BRD 1957, R: Kurt Hoffmann+ (Komtess Franziska [Liselotte Pulver] schlägt sich nach ihrer Geiselnahme auf die Seite der Spessart-Räuber und mischt sich in Männerkleidern unter die illustre Schar um den Räuberhauptmann [Carlos Thompson]. Nettes, aber belangloses Spiel mit Geschlechterrollen und Moral)  

Sa, 28.02., Vox 20:15 Uhr: Mr and Mrs Smith, USA 2005, R: Doug Liman+ (Killerpaar [Brad Pitt und Angelina Jolie], das jeweils nichts vom Beruf der Partnerin/des Partners weiß, wird dummerweise mit jeweils einem Mordauftrag gegeneinander aufgehetzt; frech-blutige Action, bei der eine lesbische Computer-Expertin einen Kurzauftritt hat)  

Sa, 28.02., ZDFneo 23:15 Uhr: Wild Things, USA 1998, R: John McNaughton** (Verschachtelter Überraschungsthriller über sexuelle Übergriffe an einer High School, Verführungskünste zweier Kids und allerlei mehr) 

Di, 03.03., MDR 22:55 Uhr: W i e d e r a u f f ü h r u n g ! Der Dritte, DDR 1972, R: Egon Günther* (Eine Frau Mitte Dreißig [Jutta Hoffmann], entscheidet sich nach zwei gescheiterten Beziehungen, sich selbstbewusst und gezielt den nächsten Mann auszusuchen. Frauenstudie, in der es auch den – leider nur vorübergehenden – Versuch einer körperlichen Annäherung zwischen Margit und ihrer besten Freundin Lucie [Barbara Dittus] gibt)  

Di, 03.03., DisneyChannel 23:00 Uhr: Golden Girls: Liebesgeständnis, USA 1986, SERIE (Jean, eine lesbische Freundin von Dorothy, kommt zu Besuch und verliebt sich zu Blanches Empörung ausgerechnet in Rose!! Immer noch witzig!!!)  

Mi, 04.03., Kabel 20:15 Uhr: R.E.D. – Älter, härter, besser, USA 2010, R: Robert Schwentke+ (Ironisch gemeinter Agenten-Thriller mit RentnerInnengang: Bruce Willis, Helen Mirren, Morgan Freeman legen den Bösewichtern das Handwerk und retten auch noch Mary-Louise Parker, die zwischendurch fälschlicherweise für lesbisch gehalten wird. Streckenweise unterhaltsam – Helen Mirren allemal!)  

Do, 05.03., Vox 22:30 Uhr: Liebesgrüße aus Moskau, UK 1963, R: Terence Young, Krimi: Ian Fleming** (Lotte Lenya als Oberst Klebb, die gefährlich lesbische Gegenspielerin von 007 [Sean Connery] – inzwischen schon so etwas wie trashiger Kult, der nicht (mehr) ernst genommen wird …)  

Do, 05.03., arte 01:05 Uhr: N E U ! ! ! Bleifrei 95, D/Österreich 2025, R: Emma Hütt, Tina Muffler, 25 min (Queerer Kurzfilm über drei Frauen, die um ihre Freundinnenschaft kämpfen. Gedreht wurde in einer der letzten Lesbenbars Deutschland: im La Gata in Frankfurt am Main)  

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort „Lesbengeschichte“ Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2023)