Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

DSa, 25.09., ARD 14:30 Uhr: Eins ist nicht von dir, D 2015, R: Udo Witte* (Bürgerliche Posse: Als Rache für seine Affären mit anderen Frauen hinterlässt eine Ehefrau ihrem Mann die Information, eines der gemeinsamen Kinder sei nicht von ihm. Witwer Uli (Michael Gwisdek) stolpert dabei auch über lesbische Freundinnen seines Sohnes.)

Sa, 25.09., ZDFneo 20:15 Uhr: The Social Network, USA 2010, R: David Fincher+ (Fincher erzählt – leider etwas unkritisch und verharmlosend – die Geschichte des Facebook-Gründers Marc Zuckerberg [Jesse Eisenberg], der 2003 die Idee eines studentischen sozialen Netzwerkes von den reichen Winklevoss-Zwillingen stahl und damit millionenschwer wurde. Zu Beginn gibt’s eine Showeinlage mit einander küssenden Frauen)

So, 26.09., ORF1 22:15 Uhr: Atomic Blonde, USA 2017, R: David Leitch (Agentinnenaction: Eine taffe britische Spezialagentin [Charlize Theron] soll kurz vor dem Mauerfall in Berlin eine Liste mit Namen von Topagenten außer Landes schmuggeln; dabei lernt sie auch eine französische Spionin [Sofia Boutella] näher kennen, aber Feinde lauern überall …)

Mo, 27.09., arte 13:45 Uhr: Porträt einer jungen Frau in Flammen, FRA 2019, R: Céline Sciamma******** (Ende des 18. Jahrhunderts erhält die Pariser Malerin Marianne [Noémie Marchant] den Auftrag, auf einer abgelegenen Insel die Tochter einer Gräfin zu zeichnen, um dem zukünftigen Ehemann zeigen zu können, wie sie aussieht. Zunächst zeigt die Braut [Adèle Haenel] keinerlei Interesse, sich überhaupt zu zeigen. Aber dann kommen die Frauen einander näher als erwartet… Intensives Nachfühlen lesbischer (Kunst-)Geschichte, angesiedelt in einer Zeit, aus der kaum Lesbisches erhalten ist: Mehr als sehenswert!!!)

Di, 28.09., arte 13:50 Uhr: Fahr zur Hölle, Liebling, USA 1975, R: Dick Richards** (Später Film-noir um einen alternden Privatdetektiv [Robert Mitchum], der sich in den Fängen einer Mandantin [Charlotte Rampling] verheddert. Bei seinen Recherchen hat er einen extrem frauenfeindlichen Gewaltauftritt gegenüber einer dominanten Lesbe. Kein sehenswerter Krimi.)

Do, 30.09., RBB 20:15 Uhr: Die fabelhafte Welt der Amélie, Frankreich 2000, R: Jean-Pierre Jeunet* (Im Tarnmäntelchen eines Märchens kommt diese extrem bürgerliche Komödie daher: Amélie [Audrey Tautou] sucht nach dem Mann, dem die Kinderschätze in ihrem Haus gehören, und gerät so an manch falsche Adresse. Eine der Dominiques, die Amélie aufsucht, trägt einen Anzug, raucht und betrachtet sie genüsslich. Freilich macht Amélie, dass sie weg kommt …)

Sa, 01.10., ProSieben 20:15 Uhr: Verblendung, USA/Schweden/UK/D 2011, R: David Fincher* (Glattgebügelte US-amerikanische Verfilmung des europäischen Knüllers mit Daniel Craig als Journalist, die Französin Elodie Yung als Freundin von Lisbeth, Miriam, und Lisbeth selbst wird von einer Newcomerin dargestellt: Rooney Mara, deren Darstellung es jedoch an Vielschichtigkeit mangelt)

Sa, 02.10., RBB 22:00 Uhr: Donna Leon – Acqua alta, D 2004, R: Sigi Rothemund****** (Die lesbische Archäologin Brett Lynch [Gesine Cukrowski], die Commissario Brunetti [Uwe Kockisch] in “Venezianisches Finale” kennengelernt hatte, wird brutal zusammengeschlagen, als sie vor dem Haus auf ihre Freundin Flavia Petrelli [Leslie Malton] wartet. Brunetti findet mit Petrellis Hilfe heraus, dass Lynch einem Kunstdieb auf der Spur ist … Belangloser und etwas lieblos inszenierter Krimi, in dem jedoch das lesbische Paar eine bedeutende Rolle spielt)

Sa, 02.10., ORF1 23:35 Uhr: Thelma & Louise, USA 1991, R: Ridley Scott*** (Nachdem zwei Freundinnen auf dem Weg in ein vergnügliches Wochenende in Notwehr einen Vergewaltiger erschossen haben, fliehen sie als Outlaws quer durch die USA und lassen sich nicht mehr das Geringste gefallen … Drehbuchautorin Callie Khourie gewann 1992 einen Oscar für ihr rasantes Buch mit tollen Dialogen. Geena Davis als Thelma und Susan Sarandon als Louise haben nichts an Eindrücklichkeit verloren; für Brad Pitt war sein Kurzauftritt als sympathischer Schurke der Startschuss für seine Karriere)

So, 03.10., RTL 07:30 Uhr: Goldfinger, UK 1964, R: Guy Hamilton* (Diesmal hat James Bond [Sean Connery] den Bösewicht Goldfinger [Gert Fröbe] als Gegenspieler, der Fort Knox atomar verseuchen will. Ihm zur Seite steht Pussy Galore [Honor Blackman], die eine Staffel von Fliegerinnen befehligt, die ihr alle blind ergeben sind. Sie wird aber leider von 007 heterotherapiert.)

So, 03.10., ONE 11:55 Uhr: S E L T E N ! Adele Spitzeder, BRD 1972, R: Peer Raben******* (Die Schauspielerin Adele Spitzder [1832-1895, hier dargestellt von Ruth Drexel] kommt mit ihrer Geliebten Emmy [Ursula Strätz] nach München und beginnt bald ein florierendes Kreditgeschäft. Sie macht den Banken Konkurrenz, lebt in Saus und Braus und macht der Schauspielerin Rosa Ehinger [Monika Bleibtreu] schöne Augen – bis die Münchner Behörden sie zu Fall bringen. Der Film basiert vorwiegend auf Martin Sperrs Theaterstück.)

So, 03.10., Sat1 22:20 Uhr: Ich bin dann mal weg, D 2015, R: Julia von Heinz+ (Verfilmung seines autobiografischen Bestsellers: Als der schwule Entertainer Hape Kerkeling (Devid Striesow) bei einem Bühnenauftritt einen Schwächeanfall erleidet, wählt er für seine Auszeit den Jakobsweg und bleibt währenddessen mit seiner lesbischen Agentin Dörte (Annette Frier) in Kontakt. Alles ein wenig lau.)

So, 03.10., SIXX 22:55 Uhr: Basic Instinct, USA 1992, R: Paul Verhoeven**** (Polizist Nick Curran [Michael Douglas] gerät in den Bann der des Mordes verdächtigen Schriftstellerin Catherine Tramell [Sharon Stone]; ihre Geliebte muss dafür dran glauben. Umstrittener und überschätzter Hetero-Sex-Thriller)

So, 03.10., Tele5 23:00 Uhr: Belle de Jour, FRA/ITA 1966, R: Luis Buñuel* (Séverine [Catherine Deneuve] langweilt sich in ihrer Ehe und verdingt sich tagsüber als Edelnutte Belle de Jour; die Bordellchefin Madame Anais [Geneviève Page] interessiert sich sehr für sie … Deneuve-Klassiker!)

Mo, 04.10., ONE 20:15 Uhr: Frances Ha, USA 2012, R: Noah Baumbach** (Zwei Frauen verteidigen ihr gemeinsames Wohnen trotz Heterofreund; sie bezeichnen ihre Beziehung als „lesbian love affair without sex“ …)

Mo, 04.10., ZDF 00:30 Uhr: Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR, D 2019, R: Barbara Wallbraun******** (Uferfrauen porträtiert einfühlsam sechs lesbische Frauen, die in der DDR gelebt haben. Sie erzählen auf offene und ehrliche Art und Weise ihre Lebensgeschichten. )
Im TV-Programm: 05.10.2021, 00:30 – 02:25, In der ZDF-Mediathek Video verfügbar ab 03.10.2021, 10:00 Uhr

Mi, 06.10., Nitro 22:30 Uhr: Alien – Die Wiedergeburt, USA 1997, R: Jean-Pierre Jeunet* (Im vierten Teil der Science-Fiction-Horrormär ist Ripley [Sigourney Weaver] wieder auferstanden und muss sich mit Call [Winona Ryder], einer Roboterin, herumschlagen, die sich menschlicher als Menschen erweist. Als Call von einem Schuss niedergestreckt wird, greift Ripley in die schleimige Brustwunde …)

Do, 07.10., MDR 12:25 Uhr: Sonnenallee, D 1998, R: Leander Haußmann* (Der 17-jährige Mischa [Alexander Scheer] wohnt in der Sonnenallee in Ost-Berlin. Porträtiert wird seine Jugend in der DDR der 1980er Jahre, direkt an der Mauer zu Westdeutschland. Auf einer turbulenten Party setzt ein badendes lesbisches Pärchen die Wohnung unter Wasser.)

Do, 07.10., DisneyChannel 20:15 Uhr: Der Club der Teufelinnen, USA 1995, R: Hugh Wilson*** (Drei ehemalige Freundinnen [„Teile von ihr werden 50“-Goldie Hawn, Bette Midler und Diane Keaton] rächen sich ausgiebig an ihren untreuen Ehemännern und werden tatkräftig von der lesbischen Tochter unterstützt. Sehr witzige Komödie, die vom Image der Hauptdarstellerinnen lebt! Bette Midler vor einem Schaufenster mit magersüchtigen Schaufensterpuppen: „Wer soll DAS denn tragen??? Ein Embryo????“)

Fr, 08.10., ProSieben 02:25 Uhr: Tammy – Voll abgefahren, USA 2014, R: Ben Falcone**** (Die frustrierte Tammy [Melissa McCarthy] macht sich mit ihrer Oma [Susan Sarandon] auf eine Reise zum Abreagieren. Nach zahlreichen Konflikten und Problemen landen sie bei der wohlhabenden Cousine Lenore [Kathy Bates] und ihrer Frau [Sandra Oh]. Klingt spaßiger, als es ist)

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort “Lesbengeschichte” Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2020)