Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

Sa, 31.07., SWR/SR 10:15 Uhr: Nachtcafé: Lesbisch, schwul, trans – Wie steht’s mit der Toleranz?, D 2019 (Michael Steinbrecher spricht mit Gästen zum Thema.)  

Sa, 31.07., Sat1 23:55 Uhr: Jungfrau (40), männlich, sucht …, USA 2005, R; Judd Apatow+ (Andy [Steve Carell] hat mit 40 noch keine sexuellen Erfahrungen mit Frauen sammeln können. Seine Umwelt findet das untragbar und setzt ihn unter Druck. Beim Speeddating gerät er an eine „Hardcore-Lesbe“, die mal wieder Männer ausprobieren will. Frauenfeindlich und humorlos. – Angekündigt ist eine „XXL-Version“. Warnung: Wahrscheinlich der ganze Driss noch viiiiiel furchtbarer als die gängige Fassung!)

So, 01.08., MDR 07:15 Uhr: Der „Schwulenparagraph” – Geschichte einer Verfolgung, D 2019, R: Marco Giacopuzzi (Gut recherchierte Doku über deutsche Homosexuellen-Verfolgung in West und Ost: „Ich weiß nicht, wo Verfolgen anfängt“, sagt der Aktivist Peter Rausch im Interview. Jedenfalls nicht erst mit einem Strafrechtsparagraphen. Auch Frauen, die wegen lesbischer Lebensweise ins Visier von Staat und Polizei gerieten, kommen zu Wort. Befragte Expert_innen u. a.: Rüdiger Lautmann, Michael Schwartz, Jens Dobler, Marcus Velke, Gottfried Lorenz, Kirsten Plötz)

So, 01.08., SIXX 18:05 Uhr: Der Club der Teufelinnen, USA 1995, R: Hugh Wilson*** (Drei ehemalige Freundinnen [„Teile von ihr werden 50“-Goldie Hawn, Bette Midler und Diane Keaton] rächen sich ausgiebig an ihren untreuen Ehemännern und werden tatkräftig von der lesbischen Tochter unterstützt. Sehr witzige Komödie, die vom Image der Hauptdarstellerinnen lebt! Bette Midler vor einem Schaufenster mit magersüchtigen Schaufensterpuppen: „Wer soll DAS denn tragen??? Ein Embryo????“)

So, 01.08., BR 20:15 Uhr: Das Wirtshaus im Spessart, BRD 1957, R: Kurt Hoffmann+ (Komtess Franziska [Liselotte Pulver] schlägt sich nach ihrer Geiselnahme auf die Seite der Spessart-Räuber und mischt sich in Männerkleidern unter die illustre Schar um den Räuberhauptmann [Carlos Thompson]. Nettes, aber belangloses Spiel mit Geschlechterrollen und Moral)

So, 01.08., RTL 20:15 Uhr: Blade Runner 2049, USA/UK/Ungarn/Kanada 2017, R: Denis Villeneuve+ (Eine Quasi-Fortsetzung des Replikant_innen-Science-Fiction-Dramas von 1982, aus dem die Interview-Sequenz zwischen Tester und Replikantin wiedergegeben wird („ob ich Replikant bin oder eine Lesbierin?“); frauenfeindlich und stellenweise sehr effekthascherisch, aber trotz dieser überflüssigen Ärgernisse von großer Qualität und über sich selbst hinausweisend: Etwa, wenn es um die Bewertung von „echter“ oder implantierter Erinnerung geht – oder auch um die Frage nach der Grenzlinie zwischen Mensch und Roboter) 

So, 01.08., SWR/SR 22:20 Uhr: Schwul, lesbisch, trans – CSD kämpft für mehr Vielfalt, D 2021, R: Markus Frank und Annika Franke (Reportage über LGBTiQ-Aktivist*innen in Stuttgart)

Di, 03.08., ARD-alpha 22:45 Uhr: Respekt: Schwul, lesbisch, glücklich – Vielfalt für alle, D 2018 (In der Fernsehreihe „Respekt“ moderiert Ramo Ali ein Feature über Vorurteile und gesellschaftliches Leben)

Di, 03.08., ORF2 23:20 Uhr: Toni Erdmann, D/Österreich 2015, R: Maren Ade+ (Ein Vater [Peter Simonischek] möchte sich seiner entfremdeten Tochter [Sarah Hüller] wieder annähern und scheut nicht davor zurück, sich vor ihren Karrierekolleg_innen zum Affen zu machen. Ungewöhnliche Beziehungsstudie, die letztlich auch die Tochter zu ausgefallenen Reaktionen bringt. Dabei spielt Nacktheit eine Rolle, die ihre Assistentin beinah falsch versteht. – Die Publikumsreaktionen reichten von „ganz großes Kino“ bis zu „was soll der Scheiß?“ Ich gehöre zur Großes-Kino-Fraktion!)

Di, 03.08., arte 01:40 Uhr / Do, 12.08., arte 13:45 Uhr: Soeur Sourire – Die singende Nonne, BELG/FRA 2009, R: Stijn Coninx***** (Biografisches Drama um Jeanine Deckers [Cécile de France], die als Ordensschwester in den 1960er Jahren den selbstverfassten Song „Dominique“ in die Hitparaden brachte. Außerdem haderte sie offenbar ihr ganzes Leben lang mit ihrem Lesbischsein …)

Mi, 04.08., tagesschau24 22:30 Uhr: N E U ! agender – Mein Geschlecht ist mir egal, D 2021, R: Silke Kujas (Porträt von Robin, einer nicht-binären Person, die sich die Brüste entfernen lässt und sich als geschlechtslos definiert: „Ich keine Frau und ich bin kein Mann“)

Do, 05.08., ZDFneo 00:40 Uhr: Verführung einer Fremden, USA 2007, R: James Foley** (Etwas unausgegorener Thriller über eine Sensationsreporterin [Halle Berry] und einen kriminellen Werbeagenten [Bruce Willis], dessen „rechte Hand“ Josie [Daniella van Graas] lesbisch lebt)

Fr, 06.08., Tele5 22:20 Uhr: Color of Night, USA 1994, R: Richard Rush** (Verworrener und nur auf Effekte angelegter Psychothriller: Ein Mitglied der Gruppentherapie von Therapeut Gepper [Bruce Willis] hat vermutlich seinen Freund ermordet. Verquaste Hosenrollen und zum Mann zurückfindende Lesben … Macht die dumme Kiste einfach aus!!!)

Fr, 06.08., BR 00:25 Uhr: Tiger & Dragon, HK/China/Taiwan/USA 2000, R: Ang Lee*** (Ein heiliges Schwert wird gestohlen. Verschiedene Gruppen sind daran interessiert und versuchen es in ihre Gewalt zu bringen. Eine Kämpferin und ihre Schülerin, die einander sehr zugetan sind, scheinen auf unterschiedlichen Seiten zu stehen. Es gibt prickelnde Spannungen zwischen den Frauen, aber leider siegen die heterosexuellen Liebesgeschichten)

Sa, 07.08., MDR 18:00 Uhr: N E U ! Heute im Osten – Reportage: ‘Ich weiß wo du wohnst’ / Das gefährliche Leben georgischer Aktivistinnen (Lesbische und schwule Aktivist_innen kämpfen in Georgien für ihre Rechte und versuchen, eine queere Parade zu organisieren)

Sa, 07.08., ServusTV 22:15 Uhr: Geschichte der Dienerin, USA/BRD 1989, R: Volker Schlöndorf, Roman: Margaret Atwood**** (In einer totalitären Zukunft wird Kate (Natasha Richardson) gefangen genommen und als Gebärmaschine in einen wohlhabenden Haushalt der Herrschenden verkauft, wo sie das Kind des Kommandanten Fred (Robert Duvall) und seiner Frau Serena Joy (Faye Dunaway) austragen soll; eine andere „Dienerin“ ist die lesbische Moira (Elizabeth McGovern). Spannender Thriller – Grundlage für die zurzeit laufende Serie)

Sa, 07.08., ZDFneo 23:20 Uhr: Wild Things, USA 1998, R: John McNaughton** (Verschachtelter Überraschungsthriller über sexuelle Übergriffe an einer High School, Verführungskünste zweier Kids und allerlei mehr)

Di, 10.08., BR 22:00 Uhr: Donna Leon – Acqua alta, D 2004, R: Sigi Rothemund****** (Die lesbische Archäologin Brett Lynch [Gesine Cukrowski], die Commissario Brunetti [Uwe Kockisch] in “Venezianisches Finale” kennengelernt hatte, wird brutal zusammengeschlagen, als sie vor dem Haus auf ihre Freundin Flavia Petrelli [Leslie Malton] wartet. Brunetti findet mit Petrellis Hilfe heraus, dass Lynch einem Kunstdieb auf der Spur ist … Belangloser und etwas lieblos inszenierter Krimi, in dem jedoch das lesbische Paar eine bedeutende Rolle spielt)

Mi, 11.08., ORF2 23:50 Uhr: Manhattan, USA 1979, R: Woody Allen** (Isaacs [Woody Allen] Ex-Frau [Meryl Streep] hat ihn wegen einer Frau verlassen und verwurstet ihn zu seinem Ärger respektlos in ihrem neuen Roman. Filmisch sehenswert: schwarzweiß und selbstironisch!)

Do, 12.08., RBB 20:15 Uhr: Alles auf Zucker, D 2004, R: Dani Levy** (Total überschuldet hofft der zwielichtige Jackie Zucker [Henry Hübchen] auf das Erbe seiner grad verstorbenen Mutter. Um das jedoch antreten zu können, müssen er und seine Familie ihren jüdischen Glauben unter Beweis stellen. Und dafür muss er seine Frau [Hannelore Elsner] und seine lesbische Tochter [Anja Franke] gewinnen – und vor allem seinen orthodoxen Bruder überzeugen …)

Do, 12.08., 3sat 22:55 Uhr: N E U ! Verhasste Liebe – Homophobie weltweit, FRA 2021, R: Michaëlle Gagnet (An vielen Orten der Welt werden Lesben, Trans* und Schwule Zielscheiben von gewalttätigen Übergriffen oder auch von religiösem Wahn. Immer noch sollen Menschen, die von dumpfbackigen heterosexuellen Norm-Vorstellungen abweichen, von Dumpfbacken „geheilt“ werden…)

Do, 12.08., 3sat 23:40 Uhr: Reihe „Echtes Leben“: Jung, schwul, gläubig – Geht das für Christen, Juden und Muslime? D 2020, R: Uri Schneider (Reportage über junge Menschen, die ihren Glauben leben wollen, auch wenn sie von den Kirchen und Gemeinden ausgeschlossen werden)

Fr, 13.08., ONE 21:00 Uhr: Sonnenallee, D 1999, R: Leander Haußmann* (Die DDR der Achtziger als Unterhaltungsfilm … Auf einer turbulenten Party in der „Sonnenallee“ setzt ein Lesbenpaar Mischas Wohnung unter Wasser) 

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort “Lesbengeschichte” Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2020)