Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

Sa, 21.05., 3sat 05.05 Uhr: Kurzstrecke mit Pierre M. Krause: Maren Kroymann schwimmt gern mit Kraul-Kappen, Show (Soll Comedy sein. Hm. Ist doch aber mit Pierre M. Krause? Wo ist der witzig? Und was macht Maren Kroymann da? Eine gute Freundin zitierend (freilich abgewandelt): Sendungen, die die Welt nicht braucht!!!)

Sa, 21.05., SWR/SR 06:25 Uhr: N E U ! 175 – Früher Recht – und heute?, D 2022 (In der Reihe „Die Sofa-Richter“ wird der Geschichte des §175 StGB nachgegangen, der bis 1969/1994 Homosexualität zwischen männlich definierten Personen unter Strafe stellte.)  

Sa, 21.05., ServusTV 22:10 Uhr / So, 22.05., SRF2 22:25 Uhr: Sag es niemandem aka Kein Sterbenswort, FRA 2006, R: Guillaume Canet*** (Jahre später scheint die von einem Serienmörder getötete Frau von Alex (Francois Cluzet) plötzlich wieder aufzutauchen. Was wissen seine Schwester Anne (Marina Hands) und deren Liebste Hèlène (Kristin Scott Thomas)? Spannender Actionthriller, dessen rückblickend aufgedeckte Geschichte nicht flächendeckend plausibel ist)

Sa, 21.05., ZDF 23:00 Uhr: Atomic Blonde, USA 2017, R: David Leitch (Agentinnenaction: Eine taffe britische Spezialagentin [Charlize Theron] soll kurz vor dem Mauerfall in Berlin eine Liste mit Namen von Topagenten außer Landes schmuggeln; dabei lernt sie auch eine französische Spionin [Sofia Boutella] näher kennen, aber Feinde lauern überall …)

Sa, 21.05., ZDFneo 23:45 Uhr: Verblendung, USA/Schweden/UK/D 2011, R: David Fincher* (Glattgebügelte US-amerikanische Verfilmung des europäischen Knüllers mit Daniel Craig als Journalist, die Französin Elodie Yung als Freundin von Lisbeth, Miriam, und Lisbeth selbst wird von einer Newcomerin dargestellt: Rooney Mara, deren Darstellung es jedoch an Vielschichtigkeit mangelt) 

So, 22.05., SIXX 20:15 Uhr: Unter der Sonne der Toskana, USA/ITA 2003, R: Audrey Wells*** (Überwiegend nette Heterokomödie um eine geschiedene Frau, die neues Glück in Italien findet und in deren näherem Umfeld sich unkonventionelle Freundinnen, sprich: auch Lesben tummeln) 

Mo, 23.05., Kabel 22:30 Uhr: Elektra, USA 2005, R: Rob Bowman* (Mäßig unterhaltsames Fantasyspektakel um Elektra [Jennifer Garner], die mit übermenschlichen Kräften ausgestattet ist und als Auftragskillerin einen Mann umbringen soll … Dreimal dürft ihr raten, was passiert: Sie verlieben sich; ineinander – versteht sich. Zu den Bösen gehört eine Kreatur in Frauengestalt, die Elektra mit einem Kuss töten will …) 

Mi, 25.05., HR 07:20 Uhr: Respekt: Schwul, lesbisch, glücklich – Vielfalt für alle, D 2018 (In der Fernsehreihe „Respekt“ moderiert Ramo Ali ein Feature über Vorurteile und gesellschaftliches Leben)

Mi, 25.05., NDR 22:30 Uhr: Kroymann (eine Folge der Sketch-Serie mit Maren Kroymann)

Mi, 25.05., MDR 23:40 Uhr: Kroymann, D 2018 (eine Folge der Sketch-Serie mit Maren Kroymann)  

Do, 26.05., arte 06:05 Uhr / So, 29.05., arte 14:55 Uhr: Barbra Streisand – Geburt einer Diva, FRA 2015, R: Nicolas Maupied (Porträt der Sängerin, Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Barbra Streisand (geb. 1942), die mit ihrem erfolgreichen Kampf gegen Frauenfeindlichkeit und Heterosexismus als Ikone der Emanzipationsbewegungen gilt)

Do, 26.05., WDR 21:40 Uhr: Verliebt in Amsterdam, D 2017, R: Florian Froschmeyer*** (Deutscher Karrierist verliebt sich in Amsterdamerin, die mit Eltern, Schwestern und deren lesbischer Geliebter auf einem Hausboot lebt)  

Fr, 27.05., ZDFneo 21:55 Uhr: The Social Network, USA 2010, R: David Fincher+ (Fincher erzählt – leider etwas unkritisch und verharmlosend – die Geschichte des Facebook-Gründers Marc Zuckerberg [Jesse Eisenberg], der 2003 die Idee eines studentischen sozialen Netzwerkes von den reichen Winklevoss-Zwillingen stahl und damit millionenschwer wurde. Zu Beginn gibt’s eine Showeinlage mit einander küssenden Frauen) 

Fr, 27.05., ServusTV 22:05 Uhr: Liebe und Intrigen, FRA 2010, R: Alain Corneau*** (Eine erfolgreiche Managerin [Kristin Scott Thomas] weiß ihre Macht auch gegen Mitarbeiterinnen einzusetzen; abgebrüht und berechnend wird sie dann jedoch von ihrer Assistentin [Ludivine Seigner] beinah buchstäblich um den Finger gewickelt und ausgebootet. So sind Frauen in diesem Beruf eben, kalt und berechnend – oder etwa nicht? Ach ja, es ist auch schwer, neue Klischees zu produzieren – oder?)

Fr, 27.05., WDR 23:30 Uhr: N E U ! Wohnung 17 – Bettina Böttinger trifft Menschen mit queeren Lebensentwürfen, D 2022 (Kleine Doku über den Podcast, der wöchentlich auf WDR 2 läuft)

So, 29.05., MDR 21:00 Uhr: Coming Out, FRA 2019, R: Denis Parrot (Reportage über die Vielfältigkeit des Coming Out im 21. Jahrhundert, das zunehmend auf Internet-Plattformen stattfindet)

So, 29.05., MDR 23:00 Uhr: N E U ! ! ! Wer hat Angst vorm Regenbogen? Queer in Osteuropa, D 2022 (Die Reportage richtet den Blick auf drei Länder, in denen queere Menschen sich gegen extreme Ausgrenzung zur Wehr setzen müssen: Ungarn, Russland und Georgien.

So, 29.05., RBB 23:35 Uhr: Wie Gott uns schuf: Coming Out in der katholischen Kirche, D 2022, R: Hajo Seppelt, Katharina Kühn und Marc Rosenthal, Peter Wozny (Reportage über rückständige Moral- und Familienvorstellungen bereiten queeren Menschen in christlichen Zusammenhängen mitunter die Hölle auf Erden…)

So, 29.05., SWR/SR 01:55 Uhr: Einer wie Erika, Österreich/D 2018, R: Reinhold Bilgeri (Die junge Erika wächst auf einem Bauernhof in Kärnten auf und wird eine erfolgreiche Skifahrerin. Ein Hormontest bei der Olympiade in Grenoble 1968 ergibt nicht das erwartete Ergebnis; sie wird zum Mann erklärt. Und nun? – Orientiert am Leben der Skiläuferin Erika/Erik Schinegger.)

Mo, 30.05., ARD 22:50 Uhr: N E U ! ! ! Jeder Tag ein Kampf? Queere Menschen in Deutschland, D 2022, R: Klaas-Wilhelm Brandenburg, Alex Grantl (Die Reporter stellen die Fragen: Wie gleichgestellt sind queere Menschen in Deutschland? Wie tolerant ist unsere Gesellschaft tatsächlich? Müssen queere Menschen auch im Jahr 2022 noch um Akzeptanz kämpfen?)

Mo, 30.05., MDR 23:10 Uhr: La belle saison – Eine Sommerliebe, Frankreich 2016, R: Catherine Corsini******** (Zu Beginn der 1970er Jahre verliebt sich die junge Landlesbe Delphine [Izïa Higelin] bei einer feministischen Aktion in der Stadt in Carole [Cécile De France], eine der Rädelsführerinnen. Als Delphines Vater stirbt, muss sie zurück auf den Hof – und Carole reist ihr nach, aber … Frauenbewegte Lesbengeschichte aus Frankreich.)

Mo, 30.05., MDR 00:50 Uhr: Bonnie & Bonnie, D 2019, R: Ali Hakim****** (In Hamburg-Wilhelmsburg lernen sich zwei junge Albanerinnen kennen und lieben. Weil ihre Familien diese Verbindung aber nicht dulden würden, müssen sie sich heimlich treffen – bis die Situation eskaliert…) 

Di, 31.05., SWR/SR 11:15 Uhr: Wie ich werde, wer ich bin – Von Geburt an im falschen Körper, R: Steffi Schlutter (Reportage über zwei Heranwachsende (elf und 18 Jahre alt), die sich mit dem ihnen zugewiesenen Geschlecht nicht wohlfühlen.) 

Di, 31.05., ARDalpah 21:00 Uhr: Mann oder Frau? Leben im falschen Körper, D. 2017 (Reportage, die mehrere Personen bei ihren Geschlechtsangleichungen begleitet und porträtiert)

Di, 31.05., ARDalpha 21:50 Uhr: Respekt kompakt: Identitätspolitik – Warum wird darüber gestritten?, D 2021, R: Christina Wolf (Das Magazin geht der Geschichte des Begriffs, der ins Jahr 1977 zurückreicht, und seiner Bedeutung nach, denn u. a. wurde er mit „Black Lives Matter“ wieder in die Diskussion gebracht. Anhand mehrerer Beispiele wird das Für und Wider von (kollektiver) Identität vorgestellt und diskutiert.)

Di, 31.05., SWR/SR 22:00 Uhr: Lachen ist bunt! – Die CSD-Comedy-Party, D 2020 (Unterhaltungsshow als Auftakt für die diesjährige CSD-Saison)

Di, 31.05., ServusTV 22:50 Uhr: Die Taschendiebin, Südkorea 2016, R: Park Chan-wook, Vorlage: Sarah Waters (Fingersmith)****** (Eine Taschendiebin wird als Hausmädchen in den Haushalt einer japanischen Erbin geschleust. Sie soll der Erbin den Grafen, ihren Kompagnon, schmackhaft machen. Aber die Diebin findet selbst Gefallen an der Frau … Durchaus interessante Interpretation des Romans von Sarah Waters; allerdings strotzt der Film vor überflüssigen Gewaltszenen und einstudierter Klischee-Lesben-Erotik.)

Di, 31.05., SWR/SR 00:25 Uhr: Limbus – Zur Hölle mit Tahnee, D 2022 (Erster Teil der sechsteiligen Comedy-Show, mit dabei: die Moderatorin Marijke Amado, Drag-Queen Marcella Rockefeller und die Todsünde Trägheit) 

Mi, 01.06., NDR 22:30 Uhr: Kroymann (eine Folge der Sketch-Serie mit Maren Kroymann).

Mi, 01.06., MDR 23:40 Uhr: Kroymann (eine Folge der Sketch-Serie mit Maren Kroymann)

Fr, 03.06., Tele5 20:15 Uhr: The Wrestler – Ruhm, Liebe, Schmerz, USA 2008, R: Darren Aronofsky** (Gefeiertes Porträt eines alternden Wrestlers [Mickey Rourke], der sich sein verkrachtes Leben im Ring aus dem Leib schlagen lässt. Seine lesbische Tochter [Evan Rachel Wood] kann da auch nix machen. Merkwürdige Wrestling- und Rourke-Hommage; nix für mich.)

Fr, 03.06., ONE 21:00 Uhr: Toni Erdmann, D/Österreich 2015, R: Maren Ade+ (Ein Vater [Peter Simonischek] möchte sich seiner entfremdeten Tochter [Sarah Hüller] wieder annähern und scheut nicht davor zurück, sich vor ihren Karrierekolleg_innen zum Affen zu machen. Ungewöhnliche Beziehungsstudie, die letztlich auch die Tochter zu ausgefallenen Reaktionen bringt. Dabei spielt Nacktheit eine Rolle, die ihre Assistentin beinah falsch versteht. – Die Publikumsreaktionen reichten von „ganz großes Kino“ bis zu „was soll der Scheiß?“ Ich gehöre zur Großes-Kino-Fraktion!)

Fr, 03.06., NDR 22:00 Uhr: N E U ! NDR-Talk-Show, D 2022 (Unterhaltungsshow, u. a. mit Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt und Lucy Hellenbrecht, Jahrgang 1998, die als Schauspielerin und als Trans*Model arbeitet)

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort „Lesbengeschichte“ Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2020)