Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

Sa, 22.08., arte 09:10 Uhr: Stadt Land Kunst spezial: Taiwan – Von Krokodilen und lesbischer Liebe, Frankreich 2025 (Ein Feature beschäftigt sich mit den Spuren und Auswirkungen des gleichnamigen Romans (1994) der Taiwanerin Qiu Miaojin (1969–1995), in dem es um eine Studentin geht, die sich in eine Kommilitonin verliebt) 

Sa, 22.08., ZDFinfo 13:45 Uhr: Legendäre Piraten, Großbritannien 2024 (Achtteilige Dokuserie, die unterschiedliche Pirat*innen der Geschichte vorstellt, u. a. auch Anne Bonny (um 1689 bis um 1782) und Mary Read (um 1685 bis 1721), die vermutlich eine lesbische Beziehung verband!) 

Sa, 22.08., DisneyChannel 22:05 Uhr: Coyote Ugly, USA 2000, R: David McNall+ („Ugly“ ist hier vor allem die ausbeuterische Story: Piper Perabo macht Karriere, indem sie halbnackt auf der Theke tanzt und von einer Kollegin wird sie mal kurz für lesbisch gehalten– verlogene Hetenkomödie)  

So, 23.08., 3sat 16:40 Uhr: Frühstück bei Tiffany, USA 1961, R: Blake Edwards+ (Die Romanverfilmung nach Truman Capote rückt die gerade den Kinderschuhen entwachsene Lebedame Holly Golightly [Audrey Hepburn], die sich erst am Schluss für den armen Lebemann Paul [George Peppard] entscheidet, ins Zentrum der Geschichte des US-amerikanischen Jet-Sets der vierziger Jahre. Im Roman geht Holly nach Brasilien und verschwindet aus Pauls Leben. Ihre New Yorker Zeit wird aus seiner Erinnerung geschildert und ihm berichtet sie des Öfteren von lesbischen Frauen in ihrem Umfeld; es klingt, als hätte sie auch eigene Erfahrungen gesammelt. Interessierte die Filmschaffenden leider kein bisschen!)

Mo, 24.08., NDR 23:15 Uhr: Wiederaufführung! Alles wird gut, D 1997, R: Angelina Maccarone, Roman: Fatima El-Tayeb******** (Die afrodeutsche Nabou (Kati Stüdemann), die ihre Ex-Geliebte, Katja (Aglaia Szyszkowitz), zurückerobern will, lässt sich von einer anderen Hausbewohnerin, der ebenfall afrodeutschen Werbetexterin Kim (Chantal de Freitas) als Putzfrau einstellen, um ihrer Freundin „rein zufällig“ immer wieder begegnen zu können. Zunächst verstehen sich Nabou und Kim überhaupt nicht … Wiederaufführung eines Klassikers)  

Fr, 28.08., SuperRTL 22:30 Uhr: Mr and Mrs Smith, USA 2005, R: Doug Liman+ (Killerpaar [Brad Pitt und Angelina Jolie], das jeweils nichts vom Beruf der Partnerin/des Partners weiß, wird dummerweise mit jeweils einem Mordauftrag gegeneinander aufgehetzt; frech-blutige Action, bei der eine lesbische Computer-Expertin einen Kurzauftritt hat) 

Sa, 29.08., BR 20:15 Uhr: Bamberger Reiter. Ein Frankenkrimi, D 2012, R: Michael Gutman** (Die Kommissare Peter Haller und Sven Schäuffele klären einen Mord an einer jungen Western-Reiterin, deren Pferd mit einem gespannten Seil zu Fall gebracht wurde. So. Wenn ich euch jetzt an die gängigen Lesbenklischees erinnere, wisst ihr schon, wie der dumpfbackene Krimi ausgeht …)  

So, 30.08., HR 10:20 Uhr: Glamour & Existenzkampf – Berliner Indie-Pop Musikerinnen, D 2024, R: Nadja Tenge (Reportage über zwei Schwarze Berliner Musikerinnen, darunter die queere Künstlerin Malonda)  

So, 30.08., SIXX 20:15 Uhr: Pitch Perfect, USA 2012, R: Jason Moore** (Musikkomödie um einen Jungmädchenchor einer Highschool, mit allen Klischees einander bekriegender junger Frauen; kleine lesbische Mini-Nebengeschichte, nix Neues) 

So, 30.08., DisneyChannel 21:55 Uhr: The Help, USA 2011, R: Tate Taylor+ (Eine weiße Kolumnistin [Emma Stone] veröffentlicht Anfang der sechziger Jahre zum Entsetzen der weißen Oberschicht ein Buch über den Umgang der Weißen mit schwarzen Haushaltshilfen und Kindermädchen, das auf Interviews beruht. Der beeindruckende und umwerfend gespielte Film (Oscar für Octavia Spencer!) geriet in die Kritik der Association of Black Women Historians, die die Erfahrungen schwarzer Hausangestellten trivialisiert und verharmlost sahen.) 

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort „Lesbengeschichte“ Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2023)