Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

Sa, 19.11., HR 06:10 Uhr: Transgender – im falschen Körper geboren, D 2021, R: Anne-Madlen Gallert, Anke Klingemann (Reportage aus der Reihe „Sehen statt hören“, Magazin in Gebärdensprache: Porträt von Bruno, der als Margrit 60 Jahre den Wunsch verdrängte, ein Mann zu sein)

Sa, 19.11., tagesschau24 13:15 Uhr: Thomas Hitzlsperger: Katar – warum nur?, D 2022, Buch: Nick Golüke (Der ehemalige Profi-Fußballer Hitzlsperger outete sich 2014. Er will im Emirat u. a. mit der queeren Community sprechen …)

So, 20.11., n-tv 09:30 Uhr: Homosexualität in Katar – Rote Karte statt Regenbogen, D 2022 (In Katar steht Homosexualität unter Strafe – – – Fußballfans, überlegt euch, ob ihr die Spiele dort gucken und damit die Veranstaltung unterstützen MÜSST…) 

Mo, 21.11., RBB 13:10 Uhr: Kirche im Kiez – Eine Woche in der 12-Apostel-Gemeinde in Berlin Schöneberg, D 2022, R: Carmen Gräf und Susanne Heim (Die „Gin-Kirche“ der Zwölf-Apostel-Gemeinde ist offen für alles, was die Regelkirche nicht haben möchte, u. a. für queere „Gottesdienste“) 

Mo, 21.11., BR 14:10 Uhr: Transgender (Reihe „aktiv und gesund“), D 2020 (Medizinische Ratgeber_innensendung mit einem kurzen Beitrag über Jonathan, der mit der zugewiesenen Kategorie „Mädchen“ auf die Welt kam)

 Di, 22.11., SWR/SR 23:00 Uhr: Kiss Me Kosher, D/Israel 2020, R: Shirel Peleg******* (Als ihre Enkelin eine Deutsche mit nach Israel bringt und sie auch noch heiraten will, stellt sich die jüdische Großmutter von Shira quer. Nicht durchgängig geschmackssichere Komödie um Liebe, Geschichte und Gegenwart)

Di, 22.11., ZDF ? – offenbar nur in der Mediathek: https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-in-der-abseitsfalle-100.html 37°: Die Abseitsfalle – Kein Coming-Out im Fußball?, D 2021, R: Annette Heinrich (Reportage über homosexuelle Fußballspieler. Zu Wort kommen mit ihren Erfahrungen Thomas Hitzlsperger, Marcus Urban, Benjamin Näßler — wo bleiben eigentlich die Fußballerinnen*???)

Fr, 25.11., WDR 22:00 Uhr: Kölner Treff – Best of: „Klasse Frauen“ (Zusammenschnitte aus früheren Talkshow-Abenden, u. a. mit Maren Kroymann und Anne Will)

Fr, 25.11., Tele5 22:15 Uhr: Blade Runner – The Final Cut, USA 1982, R: Ridley Scott+ (Detektiv Deckard [Harrison Ford] jagt menschlich werdende Replikanten und testet auch die attraktive Rachel [Sean Young] auf ihre „Menschlichkeit“: “Ist es ein Test, ob ich Replikant bin oder eine Lesbierin, Mr. Deckard?“ Zukunftweisender Science Fiction, spannend, atmosphärisch, konsequent.)

Fr, 25.11., Tele5 00:40 Uhr: Bound – Gefesselt, USA 1995, R: Larry und Andy Wachowski******** (Ein Gangsterliebchen [Jennifer Tilly] und eine lesbische Klempnerin [mit riesiger Doppelaxt auf dem Arm: Gina Gershon] tun sich in jeder Hinsicht zusammen und hauen die Mafiamänner übers Ohr. Stellenweise brutal, aber sehr spannend und explizit auch in der Beziehung der beiden Frauen – längst ein Klassiker!)

Sa, 26.11., BR 20:15 Uhr: Donna Leon – Venezianisches Finale, D 2003, R: Sigi Rothemund, Krimi: Donna Leon***** (Commissario Brunetti [Uwe Kokisch] geht der Ermordung eines homophoben Dirigenten nach und verdächtigt u. a. die lesbische Opernsängerin Flavia Petrelli [Leslie Malton], die mit ihrer Agentin Brett Lynch [Gesine Cukrowski) zusammenlebt. Naja …)

Sa, 26.11., ServusTV 20:15 Uhr: Die fabelhafte Welt der Amélie, Frankreich 2000, R: Jean-Pierre Jeunet* (Im Tarnmäntelchen eines Märchens kommt diese extrem bürgerliche Komödie daher: Amélie [Audrey Tautou] sucht nach dem Mann, dem die Kinderschätze in ihrem Haus gehören, und gerät so an manch falsche Adresse. Eine der Dominiques, die Amélie aufsucht, trägt einen Anzug, raucht und betrachtet sie genüsslich. Freilich macht Amélie, dass sie weg kommt …)

Sa, 26.11., BR 22:00 Uhr: Donna Leon – Acqua alta, D 2004, R: Sigi Rothemund****** (Die lesbische Archäologin Brett Lynch [Gesine Cukrowski], die Commissario Brunetti [Uwe Kockisch] in “Venezianisches Finale” kennengelernt hatte, wird brutal zusammengeschlagen, als sie vor dem Haus auf ihre Freundin Flavia Petrelli [Leslie Malton] wartet. Brunetti findet mit Petrellis Hilfe heraus, dass Lynch einem Kunstdieb auf der Spur ist … Belangloser und etwas lieblos inszenierter Krimi, in dem jedoch das lesbische Paar eine bedeutende Rolle spielt)

Sa, 26.11., SRF1 01:00 Uhr: La Vie en Rose, FRA/UK/TSCHECH 2007, R: Olivier Dahan+ (Mit dem Schwerpunkt auf Kindheit und Tod porträtiert der Film das Leben der französischen Chansonsängerin Edith Piaf (1915-1963) [Oscar für Marion Cotillard]. Zu Beginn der Karrierenfeiern sind ganz kurz auch zwei Frauen zu sehen, die einander küssen.)

Sa, 26.11., tagesschau24 02:05 Uhr: Wer hat Angst vorm Regenbogen? Queer in Osteuropa, D 2022 (Die Reportage richtet den Blick auf drei Länder, in denen queere Menschen sich gegen extreme Ausgrenzung und Übergriffe zur Wehr setzen müssen)

So, 27.11., ZDF 09:03 Uhr: N E U ! Warum glaubst du? Die Liebe, D 2022 (Religiöse Reihe, hier mit der Frage nach dem Glauben junger Menschen: Bringt der Glaube jungen Paaren in der Liebe etwas, und wie sehen das queere Menschen?)

So, 27.11., RTL2 04:00 Uhr nachts: New York Taxi, USA/FRA 2004, R: Tim Story* (Die taffe und schlagfertige Taxifahrerin Belle [Queen Latifah] muss den tollpatschigen Cop Washburn [Jimmy Fallon] kutschieren und erlebt mit ihm zahlreiche Abenteuer. Seine Chefin [Jennifer Esposito] wird bei einem Geiselaustausch von der Oberbankräuberin [Gisele Bündchen] übergriffig angetatscht. Und das soll witzig sein?! Klamaukiges Action-Komödien-Remake, das auch „die Queen“ nicht so richtig sehenswert macht.) 

Mo, 28.11., ZDF 22:15 Uhr: Verblendung, USA/Schweden/UK/D 2011, R: David Fincher* (Glattgebügelte US-amerikanische Verfilmung des europäischen Knüllers mit Daniel Craig als Journalist, die Französin Elodie Yung als Freundin von Lisbeth, Miriam, und Lisbeth selbst wird von einer Newcomerin dargestellt: Rooney Mara, deren Ausdruckskraft es jedoch an Vielschichtigkeit mangelt)

Mi, 30.11., ARD 20:15 Uhr: N E U ! ! Alice, D 2022, R: Nicole Weegmann (Zweiteiliger Spielfilm (die Folgen laufen nacheinander) über „Emma“-Herausgeberin und Journalistin Alice Schwarzer [hier: Nina Gummich], die am 3. Dezember 2022 achtzig Jahre alt wird. – Im Anschluss gibt es um 23:50 Uhr das Porträt: „Die Streitbare – Wer hat Angst vor Alice Schwarzer?“, D 2022, R: Tita von Hardenberg)

Mi, 30.11., arte 22:00 Uhr: N E U ! Bonjour tristesse – Kult und Skandal, FRA 2022, R: Priscilla Pizzato (Reportage über Hintergründe und Wirkung des Romans „Bonjour tristesse“, den die damals 18-jährige Françoise Sagan (1935-2004) als Debüt veröffentlicht hatte. Sagan lebte später selbst sehr „freizügig“, z. B. sehr lange mit der Modistin Peggy Roche (gest. 1991))

Do, 01.12., ARD 01:45 Uhr: N E U ! Salon Simonetti, Thema: Liebe, D 2022 (Talkshow von Riccardo Simonetti mit Gästen, diesmal u. a. mit Luisa L’Audace, der queeren Verfasserin des Buches „Behindert und Stolz“)

Do, 01.12., RTL 20:15 Uhr: Unvergessen, D 2022 (Rückblickshow mit Hella von Sinnen und Hugo Egon Balder – ob’s hier nur um die Blödel-Shows geht, die die Welt nicht braucht, oder auch um die ersten innovativen lesbischen Fernsehmomente mit Hella von Sinnen – konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Im Zweifel einfach aus- oder wegschalten!)

Fr, 02.12., arte 06:20 Uhr: Der neue Feminismus – Zwischen Pop und Marketing, R: Élise Baudouin (Die Reportage fragt nach den aktuellen feministischen Themen, nach Protagonistinnen* des Feminismus und der Haltung zu Gender- und Geschlechterfragen)

Fr, 02.12., Tele5 00:40 Uhr: Nymphomaniac Teil 1, DK/DE/BE/GB/FR 2013, R: Lars von Trier* (Eine Frau, die der Film als „Nymphomanin“ inszeniert, erzählt, nachdem sie zusammengeschlagen wurde, ihrem Retter die Geschichte ihrer sexuellen Begegnungen. Ratet, welche Erfahrung sie „auch“ gemacht hat? – Vorsicht: Trier filmt alles, was ihn beschäftigt, grenzen- und skrupellos aus – und nochmal Vorsicht, denn: Er hält sich für ein Genie…)

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort „Lesbengeschichte“ Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2020)