Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

Sa, 16.05., BR 12:00 Uhr: Eins ist nicht von dir, D 2015, R: Udo Witte* (Bürgerliche Posse: Als Rache für seine Affären mit anderen Frauen hinterlässt eine Ehefrau ihrem Mann die Information, eines der gemeinsamen Kinder sei nicht von ihm. Witwer Uli (Michael Gwisdek) stolpert dabei auch über lesbische Freundinnen seines Sohnes.)  

Mo, 18.05., HR 11:20 Uhr: Raaahhh!  Die Hochzeit meiner Töchter, D 2005, R: Thomas Jacob***** (Fortsetzung der grauenhaft altbackenen Gluckerei in „Wunschkinder und andere Zufälle“: Eine Mutter [Made by Ruth Maria Kubitschek] will nach den erzwungenen Schwangerschaften nun auch noch alle Töchter unter die Haube bringen, auch ihre lesbische Tochter, die dabei sogar lesbisch bleiben darf. Vorsicht: Hochgradige Verdummungsgefahr!)  

Mo, 18.05., ONE 20:15 Uhr: Porträt einer jungen Frau in Flammen, FRA 2019, R: Céline Sciamma******** (Ende des 18. Jahrhunderts erhält die Pariser Malerin Marianne [Noémie Marchant] den Auftrag, auf einer abgelegenen Insel die Tochter einer Gräfin zu zeichnen, um dem zukünftigen Ehemann zeigen zu können, wie sie aussieht. Zunächst zeigt die Braut [Adèle Haenel] keinerlei Interesse, sich überhaupt zu zeigen. Aber dann kommen die Frauen einander näher als erwartet… Intensives Nachfühlen lesbischer (Kunst-)Geschichte, angesiedelt in einer Zeit, aus der kaum Lesbisches erhalten ist: Mehr als sehenswert!!!)  

Mo, 18.05., arte 22:00 Uhr: N E U ! Mythos weibliche Lust: Shere Hite und ihr Sex-Report, USA 2023, R: Nicole Newnham (1976 veröffentlichte die Sexualforscherin Shere Hite (1942-2020) ihren umfassenden und längst legendären Report über das sexuelle Erleben von Frauen.)  

Mo, 18.05., arte 23:35 Uhr: N E U ! E.1027 – Eileen Gray und das Haus am Meer, SCHWEIZ 2024, R: Beatrice Minger, Christoph Schaub (Porträt der Designerin und Architektin Eileen Gray (1878-1976), die Möbel und Häuser entwarf. In den 1920er Jahren tummelte sie sich in diversen Lesbenszenen. E.1027 ist die Bezeichnung für ihre legendäre Villa an der französischen Riviera.)  

Di, 19.05., DisneyChannel 20:15 Uhr: New York Taxi, USA/FRA 2004, R: Tim Story* (Die taffe und schlagfertige Taxifahrerin Belle [Queen Latifah] muss den tollpatschigen Cop Washburn [Jimmy Fallon] kutschieren und erlebt mit ihm zahlreiche Abenteuer. Seine Chefin [Jennifer Esposito] wird bei einem Geiselaustausch von der Oberbankräuberin [Gisele Bündchen] übergriffig angetatscht. Und das soll witzig sein?! Klamaukiges Action-Komödien-Remake, das auch „die Queen“ nicht so richtig sehenswert macht.)  

Mi, 20.05., Kabel 20:15 Uhr: Natürlich blond!, USA 2001, R: Robert Luketic* (Elle [Reese Witherspoon] scheint der Inbegriff einer oberflächlichen Ami-Tussi: blond, doof und naiv. Um ihren Geliebten zu betören, der auf gebildete Frauen zu stehen scheint, studiert sie Jura und zeigt allen, wo der Hammer hängt. Im Studium lernt sie eine lesbische Aktivistin kennen, die aber dann wohl der Schere zum Opfer gefallen ist, denn ab Mitte des Films taucht sie kaum mehr auf)  

Mi, 20.05., WDR 22:15 Uhr: Queer und verfolgt in der Türkei, D 2025, R: Simone Heyder, Almut Röhrl (Reportage über die Situation queerer Menschen in der Türkei, denen der Pride March verboten ist und Gelder für queere Projekte gestrichen wurden)  

Do, 21.05., SWR/SR 12:55 Uhr: Seitensprung, D 2014, R: Sabine Boss+ (Werbetexterin Fiona [Claudia Michelsen] ist zwar nicht erfreut, dass ihr Gatte die Nachbarin geschwängert hat, aber sie nimmt sie in die Familie auf und steht ihr bei der Geburt bei. Dies lässt die Hebamme denken, es handle sich um ein lesbisches Paar. Leider nicht …)  

Do, 21.05., arte 21.40 Uhr: N E U ! Etty, FRA/D/NL 2025, R: Hagai Levi (Start der Serie über die jüdische Denkerin Etty Hillesum (1914-1943 KZ Auschwitz), u. a. geht es um ihre Liebe zu dem Psychologen Julius Spier (1887-1942). Spier war übrigens auch eine Zeitlang verliebt in die später in einer Frauenbeziehung lebenden Pianistin Maria Proelss (1890-1962). Über sie und ihre Lebensgefährtin Hanni Rocco (1896-1990) könnt ihr euch hier informieren: https://www.lesbengeschichte.org/bio_proelss_d.html)  

Do, 21.05., MDR 22:10 Uhr: Queer in der Provinz, D 2025, R: Carolin Hillner (Porträt über das Leben queerer Personen in der deutschen Provinz, auch hier anzuschauen: https://www.mdr.de/tv/programm/sendung-1021076.html)  

Sa, 23.05., Sat1Gold 18:05 Uhr: Vier Hochzeiten und ein Todesfall, UK 1994, R: Mike Newell+ (Charles [Hugh Grant] verliebt sich in Carrie [talentfreier Hutständer: Andie McDowell], kriegt sie aber erst nach mehreren Hochzeiten und einer Beerdigung. Fiona [charming: Kristin Scott Thomas], eine aus seiner Clique, räumt bei einer Nachfrage ein, sie sei mal 15 Minuten lang „Lesbierin“ gewesen, das würde wohl aber nicht zählen. Über weite Strecken unterhaltsame Heterokomödie)  

Sa, 23.05., ONE 20:15 Uhr: Anatomie eines Falls, FRA 2023, R: Justine Triet** (Spannendes und perfekt komponiertes Justizdrama um die Schriftstellerin Sandra Voyter [Sandra Hüller], deren Mann bei einem Unfall (?) stirbt. In einem aufsehenerregenden Prozess muss sie sich und ihre selbstbewusste Lebensweise verteidigen; auch eine Affäre mit einer Frau wird ihr vorgeworfen.)  

Sa, 23.05., SRF1 00:50 Uhr: Goldfinger, UK 1964, R: Guy Hamilton* (Diesmal hat James Bond [Sean Connery] den Bösewicht Goldfinger [Gert Fröbe] als Gegenspieler, der Fort Knox atomar verseuchen will. Ihm zur Seite steht Pussy Galore [Honor Blackman], die eine Staffel von Fliegerinnen befehligt, die ihr alle blind ergeben sind. Sie wird aber leider von 007 heterotherapiert.)  

So, 24.05., RTL 07:05 Uhr: Mädchen, Mädchen, D 2001, R: Dennis Gansel* (Drei Oberstufenschülerinnen [Felicitas Woll, Diana Arnft und Karoline Herfurth] wollen endlich mal einen Orgasmus erleben und lassen sich allerlei Originelles einfallen. Eine Internet-Bekanntschaft scheint auf eine lesbische Liaison hinauszulaufen, aber natürlich tarnt sich dahinter ein männlicher Verehrer. Überwiegend unterhaltsamer Teenie-Spaß)  

So, 24.05., Sat1 00:15 Uhr: Atomic Blonde, USA 2017, R: David Leitch (Agentinnenaction: Eine taffe britische Spezialagentin [Charlize Theron] soll kurz vor dem Mauerfall in Berlin eine Liste mit Namen von Topagenten außer Landes schmuggeln; dabei lernt sie auch eine französische Spionin [Sofia Boutella] näher kennen, aber Feinde lauern überall …)  

So, 24.05., ZDF 00:20 Uhr: N E U ! ! ! The Persian Version, USA 2023, R: Maryam Keshavarz** (Sehr unterhaltsam erzählte Geschichte iranischer Einwander*innen in den USA. Die bisexuelle Tochter Shireen eckt in ihrer Familie auch mit einer Frauenbeziehung an…)  

So, 24.05., ZDF 01:55 Uhr: Marinette – Kämpferin. Fußballerin. Legende, FRA 2023, R: Virginie Verrier (Als kleines Mädchen schon begann die 1975 geborene Marinette Pichon mit dem Fußball spielen – für Mädchen und jungen Frauen war der Sport zwar gar nicht vorgesehen, aber die Stürmerin erkämpfte sich einen Platz in der US-amerikanischen Profi-Liga)  

Di, 26.05., Nitro 22:05 Uhr: 300, USA 2006, R: Zack Snyder+ (Verfilmung des historisierenden Cartoons von Frank Miller, der sich auf eine Schlacht bezieht, die sich 480 v. Chr. zwischen Spartanern und Persern ereignet hat: überflüssiger kriegsverherrlichender Meuchelfilm, der auch einen persischen Klischee-Harem mit einander befingernden Frauen zeigt)  

Di, 26.05., 3Sat 22:25 Uhr: Liebe, Lust und Leidenschaft – Sex im geteilten Deutschland, D 2023, R: Nina Rothermundt, Steffi Lischke (Reportage, in der  Zeitzeug*innen zu Wort kommen, die über Hetero- und Homosexualität in der damaligen DDR erzählen)  

Di, 26.05., 3Sat 23:10 Uhr: Tabu – Was es in der DDR nicht geben durfte, D 2025, R: Nina Rothermundt (Unter anderem mit diesem Thema: Im Gegensatz zur BRD (1994) schaffte die DDR den Paragrafen 175, der Sex zwischen Männern unter Strafe stellte, bereits 1968 ab. Doch das bedeutete nicht, dass Schwule und Lesben in der DDR gern gesehen waren)  

Mi, 27.05., arte 22:10 Uhr: Benedetta, FRA/NL 2021, R: Paul Verhoeven****** (Spekulativ erzählte Geschichte der Nonne Benedetta Carlini [Virginie Efra], die im Italien des 17. Jahrhunderts mit angeblichen Visionen und lesbischen Beziehungen für Furore sorgte und wegen ihrer sexuellen Beziehung zu einer Ordensschwester verurteilt und bis zu ihrem Tod 35 Jahre später eingekerkert blieb. Vorsicht: Paul Verhoeven, das ist der mit dem ausbeuterischen Blick auf Frauen (Basic Instinct, Show Girls)!) 

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort „Lesbengeschichte“ Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2023)

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