Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

Sa, 13.08., Sat1 00:35 Uhr: From Hell, TSCHECH/USA 2001, R: Albert + Alan Hughes** (Ein drogensüchtiger Polizeiinspektor [Johnny Depp] soll in einem London der Jahrhundertwende einem Prostituiertenmörder, angelehnt an die Person des „Jack the Ripper“, das Handwerk legen. Liz, eine der Sexarbeiterinnen, ist lesbisch …)  

So, 14.08., ARD alpha 19:30 Uhr: Gender – Weg vom Schwarz-Weiß-Denken, D 2021, R: Claudia Schulte Langforth (Reportagereihe: Warum fällt es einigen Menschen so schwer, nicht nur von der idealisierten Zweiteilung „Mann/Frau“ wegzukommen, sondern auch die tatsächlich vorhandene Vielfalt zu akzeptieren?) 

So, 14.08., DisneyChannel 22:00 Uhr: The Help, USA 2011, R: Tate Taylor+ (Eine weiße Kolumnistin [Emma Stone] veröffentlicht Anfang der sechziger Jahre zum Entsetzen der weißen Oberschicht ein Buch über den Umgang der Weißen mit schwarzen Haushaltshilfen und Kindermädchen, das auf Interviews beruht. Der beeindruckende und umwerfend gespielte Film (Oscar für Octavia Spencer!) geriet in die Kritik der Association of Black Women Historians, die die Erfahrungen schwarzer Hausangestellten trivialisiert und verharmlost sahen.)  

Mo, 15.08., Sat1 20:15 Uhr: N E U ! Mein Mann kann, D 2022 (Neuauflage des Rollenzementier-Unterhaltungsquarks, diesmal mit dabei: die Talkshowmoderatorin Vera Int-Veen und ihre Frau Christiane Obermann)  

Di, 16.08., SWR/SR 23:15 Uhr: Frühstück bei Tiffany, USA 1961, R: Blake Edwards+ (Die Romanverfilmung nach Truman Capote rückt die gerade den Kinderschuhen entwachsene Lebedame Holly Golightly [Audrey Hepburn], die sich erst am Schluss für den armen Lebemann Paul [George Peppard] entscheidet, ins Zentrum der Geschichte des US-amerikanischen Jet-Sets der vierziger Jahre. Im Roman geht Holly nach Brasilien und verschwindet aus Pauls Leben. Ihre New Yorker Zeit wird aus seiner Erinnerung geschildert und ihm berichtet sie des Öfteren von lesbischen Frauen in ihrem Umfeld; es klingt, als hätte sie auch eigene Erfahrungen gesammelt. Aber das alles hat Blake Edwards einfach ignoriert!) 

Do, 18.08., ZDFneo 22:55 Uhr: Kuck mal, wer da spricht, USA 1989, R: Amy Heckerling+ (Die Liebesgeschichte zwischen James [John Travolta] und Molly [Kirsty Alley] wird von ihrem kleinen Sohn im Off kommentiert, zahlreiche, meist altbackene oder zweideutige Gags; einige gehen auf Kosten von Lesben. Die Komödienidee zog zahlreiche Fortsetzungen und Nachfolger nach sich.)  

Fr, 19.08., WDR 23:30 Uhr: Sträter, D 2021 (Talkshow u. a. mit Bettina Böttinger)  

Fr, 19.08., BR 01:15 Uhr: Der Chevalier des Königs/Der Favorit der Zarin, FRA/ITA 1959, R: Jacqueline Audry+ (Hosenrollen-Kostümdrama: Geneviève [Andrée Debar] wird als Junge aufgezogen, tritt als Dragoner in den Dienst König Ludwigs und ärgert ihren Geliebten mit den Möglichkeiten, die sie bei Frauen hätte … Nicht durchweg überzeugend, aber von einer der wenigen (erfolgreichen) französischen Regisseurinnen der fünfziger Jahre in Szene gesetzt) 

Sa, 20.08., ZDFneo 20:15 Uhr: The Kids Are All Right, USA 2009, R: Lisa Cholodenko******* (Umstrittene Familienkomödie um ein Lesbenpaar [Annette Bening und Julianne Moore], deren Samenbank-Kinder den gemeinsamen Spendervater [Mark Ruffalo] ausfindig machen und mit nach Hause bringen, wo er sich schnell wohlzufühlen beginnt … Teilweise ärgerlich in der kompromissbereiten Heteromann-kriegt-zwischendurch-ne-Lesbe-Idee, mit Witzen aus den üblichen Hetenbeziehungskomödien]  

Sa, 20.08., SuperRTL 20:15 Uhr: Pitch Perfect, USA 2012, R: Jason Moore** (Musikkomödie um einen Jungmädchenchor einer Highschool, mit allen Klischees einander bekriegender junger Frauen; kleine lesbische Mini-Nebengeschichte, nix Neues)  

So, 21.08., ARD alpha 19:30 Uhr: Respekt: LGBTQI* – (k)ein Problem mit sexueller Vielfalt?, D 2020, Moderation: Christina Wolf (Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, queer, intersexuell leben, sind nur vordergründig in der Gesellschaft als selbstverständlich akzeptiert)  

So, 21.08., RTL2 20:15 Uhr: Rubbeldiekatz, D 2011, R: Detlev Buck** (Der glücklose Charleys-Tante-Mime Alexander [Matthias Schweighöfer] übernimmt als Alexandra notgedrungen die Rolle eines BDM-Mädels in einem Unterhaltungsfilm über Nazis und verliebt sich –– echt jetzt? Aber so was hatten wir doch noch nie!!!! – in seine Filmpartnerin [Alexandra Maria Lara]. Überwiegend witzloser Klamauk, der viele seiner Gags auf Kosten von Schwulen präsentiert)  

Mo, 22.08., HR 21:45 Uhr: Tatort: Ein neues Leben, D 2012, R: Elmar Fischer*** (Hölzerne und ungelenke Fantasie über ein skrupelloses lesbisches Verbrecherinnenpärchen, das arme Männer in eine Drückerkolonne zwingt. Extrem lesbenfeindlich und frauenverachtend. Wegzappen, ausschalten, bei den tumben ARD-Anstalten beschweren!)  

Di, 23.08., Kabel1 20:15 Uhr: Die Akte Jane, USA 1997, R: Ridley Scott* (US-Senatorin DeHaven [Anne Bancroft] setzt sich dafür ein, dass Frauen Soldatinnen bei den harten SEALs werden können und statuiert mit der ehrgeizigen Jordan O’Neil [Demi Moore] ein Exempel. Jordans Karriere fällt schließlich u. a. Gerüchten über ihre angebliche Homosexualität zum Opfer. Scheinheilige und militärischen Drill verherrlichende Männerposse)  

Mi, 24.08., arte 14:15 Uhr: Kiss Me Kosher, D/Israel 2020, R: Shirel Peleg******* (Als ihre Enkelin eine Deutsche mit nach Israel bringt und sie auch noch heiraten will, stellt sich die jüdische Großmutter von Shira quer. Nicht durchgängig geschmackssichere Komödie um Liebe, Geschichte und Gegenwart)  

Mi, 24.08., arte 20:15 Uhr: Wir beide, FRA/BELG/LUX 2019, R: Filippo Meneghetti******** (Zwei Seniorinnen, Nina und Madeleine [Barbara Sukowa und Martine Chevalier], bewohnen in Südfrankreich jeweils ein eigenes Appartment auf demselben Flur. Seit vielen Jahren sind sie heimlich ein Liebespaar. Als Madeleine einen Schlaganfall erleidet und ihre Tochter sie abschirmt, werden die beiden gewaltsam getrennt. Aber Nina gibt nicht auf und tut alles, um ihrer Liebsten wieder nah sein zu können … Toll! Und super gespielt!]  

Mi, 24.08., ARD alpha 22:45 Uhr: Respekt: „Ökospinner“ oder „Umweltschützer“? Die Macht der Sprache, D 2020 (Nicht nur im Internet setzt sich menschenfeindliche Sprache immer mehr durch; Hetztiraden scheinen kaum Grenzen gesetzt zu werden. Die Sendung fragt nach Möglichkeiten, der Verrohung der Sprache etwas entgegenzusetzen)  

Mi, 24.08., arte 00:30 Uhr: N E U ! Bohnenstange, Russland 2019, R: Kantemir Balagov***** (Bei Kriegsende 1945 in Leningrad: Zwei junge Frauen suchen nach neuem Sinn und neuer Hoffnung. Weil die eine den Tod des Sohnes der Anderen nicht verhindern konnte, trägt sie selbst nun ein Kind für die Kameradin aus. Heftig.)  

Do, 25.08., 3sat 20:15 Uhr: Vulva und Vagina – Einblicke in die weibliche Lust, D 2020 (Reportage über den zeitgenössischen Umgang mit sogenannten primären weiblichen Geschlechtsorganen: von ebenfalls nur sogenannten Schönheitsoperationen (wer hat bloß diesen schwachsinnigen Begriff erfunden?!) bis hin zu völliger Unkenntns der Genitalien)  

Fr, 26.08., WDR 23:30 Uhr: N E U ! Prix Pantheon 2022 – Das Halbfinale, D 2022 (Kabarettistin Tahnee moderiert den diesjährigen Kabarett- und Satirepreis; das Halbfinale wird am 23. und am 24. August im Pantheon in Bonn-Beuel aufgezeichnet)

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort „Lesbengeschichte“ Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2020)