Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.

Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.

Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.

 

So, 25.02., arte 15:50 Uhr: Jodie Foster – Hollywoods Alleskönnerin, FRA 2019, R: Camille Juza (Neueres Porträt der erfolgreichen US-amerikanischen Regisseurin und Schauspielerin Jodie Foster (Jahrgang 1962), die erst im Jahr 2013 bei den Golden Globes eine Art Coming Out als Lesbe hatte) 

So, 25.02., 3sat 20:15 Uhr: Tödliche Geheimnisse – Jagd in Kapstadt, D 2017, R: Sherry Hormann (Fortsetzung des Polit-Thrillers um den TTIP-Betrug, den Journalistin Rommy [Nina Kunzendorf] und Redakteurin Karin [Anke Engelke] an die Öffentlichkeit bringen wollen) 

So, 25.02., SIXX 20:15 Uhr: Sex and the City – Der Film, USA 2008, R: Michael Patrick King+ (Klischeebeladener und farbloser Serienableger, in dem vier vermeintliche Freundinnen nach vor allem heterosexuellen Bindungen suchen; manche von ihnen werden vorübergehend mal für ein lesbisches Paar gehalten) 

Mo, 26.02., WDR 23:15 Uhr: Kroymann, D (Zwei Folgen der Sketch-Reihe von und mit Maren Kroymann hintereinander.  

Di, 27.02., NDR 22:00 Uhr: Tatort: National feminin, D 2020, R: Franziska Buch***** (Eine junge Jurastudentin, die mit einer reaktionären angehenden Verfassungsrichterin liiert war, wurde ermordet. Die Ermittlerinnen Charlotte Lindholm [Maria Furtwängler] und ihre noch relativ neue Kollegin, die Afrodeutsche Anais Schmitz [Florence Kasumba (bekannt auch aus einigen Marvel-Verfilmungen)] geraten in das rechte Machtgerangel… Interessanter Ansatz – der sein Thema aber nur streift)

Di, 27.02., ARD 03:05 Uhr: Im Zweifel, D 2015, R: Aelrun Goette* (Die engagierte Pfarrerin Judith Ehrmann (Claudia Michelsen) betreut neben ihrem Kirchenjob Angehörige von Unfallopfern und fürchtet plötzlich, ihr Mann und ihr Sohn könnten in einen Fall von Fahrerflucht verwickelt sein. In einer Sitzung der Landessynode setzt sie sich für die Anerkennung einer lesbischen Pfarrerin ein) 

Do, 29.02., WDR 23:00 Uhr: Thelma, Norwegen/FRA/DK/Schweden 2017, R: Joachim Trier****** (Die streng religiös erzogene Thelma studiert in Oslo Biologie, kann sich aber weder gegen ihre epilepsieähnlichen Krampfanfälle noch gegen die Kontrolle ihrer Eltern zur Wehr setzen. Die anziehende Chemiestudentin Anja scheint sie erst recht aus dem Tritt zu bringen. Atmosphärisch dichtes und im Stile eines Horrorfilms inszeniertes Emanzipationsdrama) 

Sa, 02.03., 3sat 22:35 Uhr: Carol, USA/UK 2015, R: Todd Haynes, Vorlage: Patricia Highsmith******** (Eine junge Verkäuferin [Rooney Mara] verliebt sich in den 1950er Jahren in die mondäne und verheiratete Carol [Cate Blanchett], die kurze Zeit später von ihrem Mann mit einer Sorgerechtsklage wegen unmoralischen Lebenswandels drangsaliert wird. Carol steht dazu, distanziert sich aber – wie der Gatte verlangt – von Therese … Klasse gespielt und inszeniert – ein echtes Highlight!) 

Sa, 02.03., SRF2 23:40 Uhr: Carol, USA/UK 2015, R: Todd Haynes, Vorlage: Patricia Highsmith******** (Eine junge Verkäuferin [Rooney Mara] verliebt sich in den 1950er Jahren in die mondäne und verheiratete Carol [Cate Blanchett], die kurze Zeit später von ihrem Mann mit einer Sorgerechtsklage wegen unmoralischen Lebenswandels drangsaliert wird. Carol steht dazu, distanziert sich aber – wie der Gatte verlangt – von Therese … Klasse gespielt und inszeniert – ein echtes Highlight!) 

So, 03.03., Kabel 15:55 Uhr: Liebesgrüße aus Moskau, UK 1963, R: Terence Young, Krimi: Ian Fleming** (Lotte Lenya als Oberst Klebb, die gefährlich lesbische Gegenspielerin von 007 [Sean Connery] – inzwischen schon so etwas wie trashiger Kult, der nicht (mehr) ernst genommen wird …) 

So, 03.03., ONE 16:00 Uhr: T I P P ! Albert Nobbs, UK/USA/Irland/FRA 2012, R: Rodrigo García**** (Eine Frau [superb: Glenn Close] arbeitet um 1900 als männlicher Hausdiener Albert Nobbs in der vornehmen Dubliner Gesellschaft und fürchtet, dass ein Maler [Janet McTeer], der vorübergehend in seiner Kammer übernachten soll, sein Geheimnis verraten könnte. Grandios gespielt, bewegend und in jeder Hinsicht sehenswert!) 

So, 03.03., 3sat 21:45 Uhr: Seitensprung, D 2014, R: Sabine Boss+ (Werbetexterin Fiona [Claudia Michelsen] ist zwar nicht erfreut, dass ihr Gatte die Nachbarin geschwängert hat, aber sie nimmt sie in die Familie auf und steht ihr bei der Geburt bei. Dies lässt die Hebamme denken, es handle sich um ein lesbisches Paar. Leider nicht …) 

Mo, 04.03., arte 22:10 Uhr: Träume von Zärtlichkeit // = Entre Nous (Coup de Foudre), Frankreich 1983, R: Diane Kurys****** (Nach dem Zweiten Weltkrieg sind zwei Heteropaare froh, wieder in Frieden leben zu können. Die Freundschaft der beiden Frauen [Isabelle Huppert und Miou-Miou] intensiviert sich bald in einer Weise, die den Männern verschlossen bleibt. Besonders Michel [Guy Marchand] äußert sein Unverständnis in aggressiven Übergriffen, die die Frauen zwar beeindrucken, aber nicht auseinanderbringen. – Interessante Beziehungsstudie – längst ein Klassiker!) 

Mo, 04.03., Kabel 23:05 Uhr: 300, USA 2006, R: Zack Snyder+ (Verfilmung des historisierenden Cartoons von Frank Miller, der sich auf eine Schlacht bezieht, die sich 480 v. Chr. zwischen Spartanern und Persern ereignet hat: überflüssiger kriegsverherrlichender Meuchelfilm, der auch einen persischen Klischee-Harem mit einander befingernden Frauen zeigt) 

Di, 05.03., Kabel 22:10 Uhr: Goldfinger, UK 1964, R: Guy Hamilton* (Diesmal hat James Bond [Sean Connery] den Bösewicht Goldfinger [Gert Fröbe] als Gegenspieler, der Fort Knox atomar verseuchen will. Ihm zur Seite steht Pussy Galore [Honor Blackman], die eine Staffel von Fliegerinnen befehligt, die ihr alle blind ergeben sind. Sie wird aber leider von 007 heterotherapiert.) 

Mi, 06.03., arte 21:55 Uhr: Certain Women, USA 2016, R: Kelly Reichardt** (Im dritten Teil des gut beobachteten Episodenfilms um die Einsamkeit von Frauen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen verliebt sich eine junge Pferdepflegerin in die Abendschullehrerin Beth [Kristen Stewart]) 

Mi, 06.03., NDR 22:45 Uhr: Kroymann – Ist die noch gut? (Folge 20), D 2023 (Diese „Kroymann“-Folge soll anders sein als die bisherigen, weil sie eine durchgängige Geschichte erzählt und hier mit einem ausschließlich weiblich besetzten Cast aufwartet: mit Annette Frier, Meret Becker, Palina Rojinski, Michaela May, Tanja Schumann, Juliane Köhler, Denise M’Baye, Gesine Cukrowski und anderen) 

Fr, 08.03., ORF2 23:20 Uhr: Alice, D 2022, R: Nicole Weegmann*** (Zweiteiler: Die Geschichte der Emma“-Herausgeberin und Journalistin Alice Schwarzer [hier: Nina Gummich], die am 3. Dezember 2022 achtzig Jahre alt wurde, wird hier in einem sehr wohlwollenden Porträt nacherzählt; Konfliktlinien und Fehltritte lassen sich leider nur erahnen. Trotzdem ist die Biografie nicht uninteressant. Beide Teile laufen hintereinander.) 

Fr, 08.03., MDR 00:00 Uhr: Lotte am Bauhaus, D 2019, R: Gregor Schnitzler*** (Der Film entwickelt anhand einer fiktiven Person, der Zeichnerin und Tischlerin Lotte Brendel (Alicia von Rittberg), die Geschichte einer jungen Frau, die sich 1923 gegen den Willen ihrer traditionsbewussten Eltern die Kunstschule des Weimarer Bauhauses besucht. Die Malerin und Innenarchitektin Friedl Dicker (1898-1944 Auschwitz) wird hier als junge rebellische Frau inszeniert, die sich für Lotte interessiert, gern Frauen küsst und ebenso gern Hosen trägt.)

 

++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++

  • Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
  • Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
  • Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort „Lesbengeschichte“ Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
  • Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
  • Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
  • Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.

 

Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:

Wertung nach dem Sternchenprinzip

* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.

* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.

* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!

* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.

* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.

* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.

* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …

* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!

+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.

© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2023)