Lesbische und teilweise auch trans* Sichtbarkeit: Ingeborg Boxhammer von lesbengeschichte.org stellt euch alle Filme, Dokus etc. vor.
Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln Ingeborgs persönliche Meinung wider – und ihren Humor … Seitdem erscheinen die Infos – in der Regel – alle zwei Wochen.
Zur besseren Einordnung gibt es im Anschluss eine subjektive Sternchenbewertung.
Sa, 17.10., ZDFinfo 07:45 Uhr: Legendäre Piraten, Großbritannien 2024 (Achtteilige Dokuserie, die unterschiedliche Pirat*innen der Geschichte vorstellt, u. a. auch Anne Bonny (um 1689 bis um 1782) und Mary Read (um 1685 bis 1721), die vermutlich eine lesbische Beziehung verband!)
So, 18.10. SRF2 20:05 Uhr: Taffe Mädels, USA 2013, R: Paul Feig* (Zwei völlig unterschiedliche Polizistinnen [Sandra Bullock und Melissa McCarthy] müssen gezwungenermaßen zusammenarbeiten, obwohl sie nicht viel voneinander halten. Grundlage ist die einer romantischen Screwball-Comedy – ach, und was hätte daraus werden können … Nope, Klischees pur – wie gehabt!)
So, 18.10., RTL2 01:10 Uhr: Watchmen – Die Wächter, USA 2009, R: Zack Snyder* (Superhelden-Kriegsfantasie, die einen anderen Verlauf des Zweiten Weltkriegs suggeriert, bei dem das Kussfoto zur bedingungslosen Kapitulation Japans 1945 nicht einen Matrosen und eine Krankenschwester zeigt, sondern eine Krankenschwester und eine Superheldin …)
Di, 20.10., ZDFinfo 18:45 Uhr: Verbotene Liebe – Queere Opfer der NS-Diktatur, D 2023, R: Sebastian Scherrer (Reportage zur Verfolgung von LGBTiQ in der NS-Zeit, die aufzeigt, mit welchen (gesetzlichen) Strategien Nazis queere Menschen terrorisierten; zu Wort kommt u. a. die Historikerin Anna Hajková)
Di, 20.10., ZDFinfo 19:30 Uhr: Verbotene Liebe – Queere Schicksale in der NS-Diktatur, D 2023, R: Sebastian Scherrer (Zweiter Teil dieser Verbotenen-Liebe-Reihe. Unklar voneinander abgesetzt und daher auch leicht zu verwechseln – leider auch wieder mit dem Sprecher Charles Rettinghaus: unverwechselbar wegen künstlich unheilvoller Stimmlage)
Di, 20.10., ZDFinfo 20:15 Uhr: Verbotene Liebe – Queere Überlebende der NS-Diktatur, D 2026 (Dritter Teil der Verbotenen-Liebe-Reihe, der den schwulen Schauspieler Kurt Brüssow (1910-1988) und Charlotte von Mahlsdorf (1928-2002)vorstellt, ebenso die lesbische Musikerin Ilse Totzke (1913-1987), die den Hitlergruß verweigerte und dafür ins KZ Ravensbrück verschleppt wurde)
Di, 20.10., BR 20:15 Uhr: Steirerstein, Österreich 2022, R: Wolfgang Murnberger*** (Krimidrama um eine ermordete lesbische Sängerin im Volksmusik-Milieu. Naja, mehr als die übliche, eher laue Krimikost ist hier auch nicht drin)
Mi, 21.10., ARD 20:15 Uhr: N E U ! Sommer auf Asphalt, D 2026, R: Simon Ostermann**** (Fahrradkurierin Les [Mala Emde] arbeitet tagsüber und hat nachts Spaß, vor allem mit Roya [Gina Haller]. Sie führen eine Art offene Beziehung und Les verbringt eine Nacht mit Tyler, von dem sie prompt schwanger wird. Dann hat sie einen Fahrradunfall und überdies taucht auch noch ihr Vater [Christoph Maria Herbst] überraschend auf – und will bleiben. Das Drama kann beginnen…)
Fr, 23.10., RTL2 22:25 Uhr: Blade Runner 2049, USA/UK/Ungarn/Kanada 2017, R: Denis Villeneuve+ (Eine Quasi-Fortsetzung des Replikant_innen-Science-Fiction-Dramas von 1982, aus dem die Interview-Sequenz zwischen Tester und Replikantin wiedergegeben wird („ob ich Replikant bin oder eine Lesbierin?“); frauenfeindlich und stellenweise sehr effekthascherisch, aber trotz dieser überflüssigen Ärgernisse von großer Qualität und über sich selbst hinausweisend: Etwa, wenn es um die Bewertung von „echter“ oder implantierter Erinnerung geht – oder auch um die Frage nach der Grenzlinie zwischen Mensch und Roboter)
Sa, 24.10., 3Sat 17:15 Uhr: Schon wieder Henriette, Deutschland/Österreich 2013, R: Nikolaus Leytner+ (Betagte Kunstrestauratorin und Hobby-Detektivin [Christiane Hörbiger] wird von ihrem jungen Adlatus kurzzeitig für lesbisch gehalten … Leider fälschlicherweise, denn das hätte der Fließbandproduktion wenigstens etwas Pfiff gegeben!)
Sa, 24.10., SRF1 22:40 Uhr: Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns, UK/FRA/D/IRL/USA 2004, R: Beeban Kidron* (Bridget Jones [Renee Zellweger] ist zwar glücklich mit Mark [Colin Firth], versteigt sich jedoch immer wieder in irrationale Eifersucht. So glaubt sie auch, Mark hätte etwas mit der schönen Rebecca [Jacinda Barrett], die jedoch interessiert sich mehr für … Halbwegs unterhaltsame Hetenkomödie)
Sa, 24.10., RBB 23:55 Uhr: Radio Rock Revolution, USA/UK/D/FRA 2009, R: Richard Curtis** (Auf einem Schiff auf der Nordsee ist Mitte der sechziger Jahre ein britischer Piratensender stationiert, der mit Rockmusik und unmoralischen Sprüchen für Verbotsgelüste bornierter Tories [herrlich verklemmt: Kenneth Branagh] sorgt. Als einzige Frau auf dem Schiff hat es die lesbische Köchin nicht leicht, denn es ist ein Männerfilm mit Männerspäßen …)
Sa, 24.10., ZDF 01:15 Uhr: Verblendung, USA/Schweden/UK/D 2011, R: David Fincher* (Glattgebügelte US-amerikanische Verfilmung des europäischen Knüllers mit Daniel Craig als Journalist, die Französin Elodie Yung als Freundin von Lisbeth, Miriam, und Lisbeth selbst wird von einer Newcomerin dargestellt: Rooney Mara, deren Ausdruckskraft es jedoch an Vielschichtigkeit mangelt)
So, 25.10., RBB 13:15 Uhr: Eltern allein zu Haus: Die Winters, D 2017, R: Josh Broecker** (3. Teil eines Fernsehdreiteilers über wechselnde Paare und Familienprobleme: Matthias Winter [Walter Sittler] versteht nicht, wieso die eigene Tochter plötzlich lesbisch wird …)
Mi, 28.10., 3Sat 22:25 Uhr: Einfach Nina, D 2022, R: Karin Heberlein (Die achtjährige Nina muss damit klarkommen, dass sie von vielen wichtigen Menschen in ihrer Umgebung als Junge wahrgenommen wird, obwohl sie sich als Mädchen fühlt)
Fr, 30.10., arte 20:15 Uhr: T I P P ! ! ! Die Rocky Horror Picture Show, USA 1975, R: Jim Sharman* (Haltet den Reis bereit und macht euch fertig zum Time Warp: Riff-Raff, Magenta und Columbia vom Planeten Transsexual freuen sich auf euch und haben schon allerlei vorbereitet… Ein großer Spaß, auch wenn ihr nicht Brad oder Janet heißt und nur mit Magenta und Columbia ins Bett wollt … – Im Anschluss folgt eine Doku über das Musical!)
Fr, 30.10., SWR 00:35 Uhr: Rodeo, FRA 2022, R: Lola Quivoron (Motorradfahrerin Julia macht in den Vororten von Paris mit der Gangs die Gegend unsicher, bis sie sich in Ophélie verliebt – die aber blöderweise die Frau vom Anführer ist…)
++++GRUNDSÄTZLICHE INFOS++++
- Die Fernsehtipps entstanden ca. Anfang 2007 als Service für Freundinnen. Inhaltsangaben und Wertungen spiegeln meine persönliche Meinung wider – und meinen Humor …
- Zurzeit befinden sich im Fernseh-Verteiler über 130 Privatpersonen, Initiativen und Institutionen (von Dresden bis Saarbrücken; von Kiel bis Tübingen), die jeweils ihre Verteiler damit bedienen. Veröffentlichungen sollten bitte mit mir abgesprochen werden. Derzeit sind die Tipps hier nachlesbar: http://www.phenomenelle.de; www.lespress.de; https://lesbenring.de
- Die Tipps bekommt ihr in der Regel im Zwei-Wochen-Rhythmus und UNENTGELTLICH. Sehr gerne könnt ihr aber hin und wieder etwas für www.lesbengeschichte.org spenden und damit die Zukunft dieser Seiten sichern: Ingeborg Boxhammer, Stichwort „Lesbengeschichte“ Sparkasse KölnBonn IBAN: DE 6637 0501 9803 0093 3579 BIC: COLSDE33XXX.
- Bis 04:30 Uhr morgens ordne ich alle Sendungen dem Vortag zu.
- Bis auf ganz wenige Ausnahmen berücksichtige ich keine Serien und keine unmittelbaren Wiederholungen! Selten oder erstmals im TV gezeigte Produktionen kennzeichne ich mit „NEU“.
- Regelmäßig aktualisierte Listen zu lesbischer Liebe in deutschen, deutschsprachigen oder koproduzierten Spielfilmen, Dokumentationen, Reportagen und Talkshows findet ihr unter „Lesben & Film“ auf www.lesbengeschichte.org.
Der Sternchenbewertung im Spielfilmbereich liegen folgende Kategorisierungen zugrunde:
Wertung nach dem Sternchenprinzip
* * * * * * * * 8 Sterne: Lesbisches macht mehr als 90 Prozent der Handlung aus. Ohne dies würde der Plot nicht mehr funktionieren. Lesbischsein/“Anderssein“ wird hier nicht negativ bewertet.
* * * * * * * 7 Sterne: Es geht überwiegend um lesbisch handelnde Frauen. Sie erhalten selbstverständliche Dominanz innerhalb des auch anderes ausführenden Handlungsstrangs.
* * * * * * 6 Sterne: Neben der Hauptthematik ist mindestens ein dominanter Handlungsstrang mit lesbischen Frauen vorhanden und unübersehbar!
* * * * * 5 Sterne: Implizit eindeutig lesbischer Tenor, die Geschichte wirkt jedoch etwas gebremst oder dient lediglich dazu, das Thema süffisant auszuschlachten.
* * * * 4 Sterne: (Nebenrollen-)Lesben oder lesbische Affären werden sind deutlich sichtbar und über einige Sequenzen des Films präsent.
* * * 3 Sterne: Innige/intensive Freundschaft oder Hassliebe mit lesbischen Möglichkeiten oder Ansätzen, die selten verfolgt werden.
* * 2 Sterne: Es taucht mal „etwas Lesbisches“ auf, wird erwähnt oder gezeigt; mal ein Kuss, mal ein tiefer Blick oder eine eindeutige Anmache …
* 1 Stern: So wenig Lesbisches ist hier drin, dass es immer wieder zu übersehen ist!
+: (Queere) Andeutungen und/oder Zwischentöne, Trans*-Darstellungen oder sog. Hosenrollen.
© Ingeborg Boxhammer (Bonn 2005/2023)