Lesben* sind überall: Es gibt uns! Erkennt uns!

Heidelberg/Berlin, 24.04.2023. Am 26. April wird alljährlich der Tag der lesbischen* Sichtbarkeit begangen. Aus diesem Anlass fordert der LesbenRing e.V. dazu auf, lesbische* Lebenskultur und lesbische* Bedarfe nicht nur als Anliegen einer Minderheit anzuerkennen, sondern in die Gesamtgesellschaft zu integrieren. Denn: Immer noch ist die Gleichstellung lesbischer* Frauen etwa als Regenbogenfamilien im Abstammungsrecht oder mehr Sensibilität zum Thema “Gewalt gegen Lesben*” gefordert. Lesbische* Perspektiven und Bedarfe müssen ebenso in den Bereichen Gesundheit, Jugend, Soziales, Gedenkkultur, Kunst und Sport berücksichtigt werden.

Hierzu Vorstandsfrau Kathrin Schultz:

„Besondere Bedarfe von Lesben* sehen wir vor allem im Bereich Wohnen sowie allgemein im Bereich prekäre Lebenslagen, von denen Lesben* überdurchschnittlich häufig betroffen sind. Lesben* sind vom Gender Pay Gap, aber auch dem Gender Pension Gap, quasi doppelt betroffen und geraten daher besonders in der Rentenzeit in prekäre Lebenslagen. Dies muss sich ändern. Denn es gibt uns“ – Lesben* sind überall präsent und fordern nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch Anerkennung.“ 

Hierzu ergänzt Vorstandsfrau Ina Rosenthal:

„Es geht nicht nur darum, dass mehr lesbische* Protagonistinnen in Serien und Fernsehen, in Politik und Berufsleben sichtbar werden, sondern auch darum, selbstverständlich die Bedarfe lesbischer* Frauen im Alltag mitzudenken. Hier gibt es noch viel zu tun, z.B. bezüglich der Gesundheitsvorsorge in Arztpraxen und Krankenhäuser, dort wird immer noch mehrheitlich heteronormativ gehandelt und beraten. Unsere Forderung richtet sich deshalb in diesem Jahr an die Mehrheitsgesellschaft: Lesben* sind überall: Es gibt uns! Erkennt uns!“

 

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Über den Tag der lesbischen Sichtbarkeit

Der Tag der Lesbischen Sichtbarkeit möchte die Vielfalt der Lesben* zeigen und an die vielerorts noch herrschenden Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen, denen Lesben* jeden Tag ausgesetzt sind, erinnern. Hier bei uns und in anderen Ländern Europas und weltweit. 2008 rief eine spanische LSBTIQ-Organisation den „Día de la Visibilidad Lésbica“ ins Leben. Seitdem findet er jedes Jahr am 26. April auch in Deutschland und anderen Ländern statt.
Ziel des Tages ist es, lesbische Frauen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und lesbische Vielfalt, Geschichte und Kultur zu feiern.
Traditionell wird der Tag der lesbischen Sichtbarkeit mit Dyke-Marches, Kiss-ins, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen und anderen Veranstaltungen und Kundgebungen begangen, die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum erzeugen sollen.

Über den LesbenRing e.V.

Der LesbenRing e.V. ist ein bundesweiter Verein für Lesben*, Lesben*gruppen und Organisationen mit Sitz in Heidelberg und Geschäftsstelle in Berlin. Der LesbenRing e.V. wurde 1982 gegründet. Heute ist der LesbenRing e. V. der bundesweite Dachverband für lesbische* Frauen, Lesben*gruppen und Organisationen. Der LesbenRing hat Sitz und Stimme im Deutschen Frauenrat, ist im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld vertreten und ist Mitgliedsorganisation der ILGA (International Lesbian and Gay Association) sowie Gründungsmitglied der Eurocentralasian Lesbian* Community (EL*C), dem lesbisch-feministischen und intersektionalen Netzwerk.

Zur Schreibweise: Lesben*

Der Stern (*) will das große Spektrum lesbischer Lebens- und Liebesweisen sichtbar machen. Dazu zählen auch bi- und pansexuelle cis- und trans* Frauen, trans* Lesben sowie Non-Binäre und Queers. Um diese Vielfalt lesbischer Lebensformen sichtbar zu machen, nutzt der LesbenRing e.V. die Schreibweise “Lesben*”. 

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